Oldenburg - Von wegen dröge Wissenschaft: Beim zweiten Lesemarathon „Zweite Lese“ der Universität Oldenburg gaben 15 Dozenten aus unterschiedlichen Fachrichtungen Auszüge aus ihren Lieblingsbüchern in der Zentralbibliothek zum Besten. Dahinter steht die Frage: Welche Bücher inspirieren Professorinnen und Professoren? Das wollten auch die Studentinnen und Studenten gerne wissen, die zum Teil gezielt zu den Lesungen ihrer Lehrenden kamen.

Und die präsentierten Verse und Geschichten, die man ihnen ob ihres Fachgebietes wohl nicht zugetraut hätte. Professor Gerd Reich, im Alltag im Bereich der technischen Bildung tätig, gab Gedichte zum Besten, die angeblich aus der Feder eines gewissen Otto Bögeholz stammen sollen – darunter derbe Liebesgedichte oder eine Ode an eine Moorleiche. Nach einem kurzen Kostümwechsel gab sich Reich dann aber mit Narrenkappe als Mitglied einer Vereinigung zu erkennen, die aus Spaß an der Sammlung solcher Gedichte den vermeintlichen Autoren Bögeholz erfunden und ihm diese Gedichte zugeordnet hatte.

Gefühlsbetonter ging es dagegen bei Professor Gabriele Gerlach zu. Die normalerweise mit Biodiversität und Evolution der Tiere befasste Wissenschaftlerin trug aus einem Buch des dänischen Schriftstellers Peter Höeg „eine eindrückliche Demonstration dessen, was alles in der Liebe schief gehen kann“, vor.

Die besondere Form des Frontalunterrichts findet im Rahmen der bundesweiten Aktion „Treffpunkt Bibliothek“ statt und geht nach einer Veranstaltung im vergangenen Jahr in die zweite Runde. „Die Lehrenden wurden von uns gezielt angesprochen. Darunter sind in diesem Jahr viele Naturwissenschaftler“, berichtet Heike Andermann, stellvertretende Direktorin der Zentralbibliothek. Nach dem Erfolg des vergangenen Jahres und dem regen Interesse seitens der Dozenten und Studierenden könne man sich durchaus vorstellen, den Lesemarathon als festen Termin zu etablieren.

Björn Buske
Björn Buske Online-Redaktion