Brake - Die Außenstelle des Braker Gymnasiums an der Kirchenstraße soll nicht mehr, wie bisher geplant, spätestens Ende 2013 geräumt sein. Im Gegenteil: Wie Horst Huntemann, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums, in einem Schreiben an den Landkreis Wesermarsch als Schulträger ausführt, soll die Außenstelle sogar noch „mindestens fünf Jahre“ erhalten bleiben.
Die Hintergründe erläuterte die zuständige Fachdienstleiterin Astrid Bäkermann am Dienstag im Schulausschuss unter Vorsitz von Karin Logemann (SPD). Danach hat das Braker Gymnasium mit Haupt- und Außenstelle zum 1. August 2012 und folgenden Schuljahren „weitaus mehr Schülerinnen und Schüler als prognostiziert“. So werden derzeit über 1000 Schüler beschult. Um die Außenstelle zu schließen, so die Pläne im Jahr 2010, hätten es nicht mehr als 900 Schüler sein dürfen.
Die Gründe für den Anstieg der Schülerzahlen: Statt der erwarteten 120 neuen Kinder pro Schuljahr wurden 2011 und 2012 jeweils rund 145 Kinder in die Klassenstufe 5 aufgenommen. Zudem kommen aus Berne weitaus mehr Schüler nach Brake, die bisher das Gymnasium in Lemwerder besucht haben – gleiches gilt für Braker, die bisher nach Jaderberg gefahren sind. Schließlich wurde per Erlass die Zahl der Schüler pro Klasse gesenkt, so dass mehr Klassen gebildet werden müssen, für die wiederum Räume zur Verfügung stehen müssen.
Mit der Beibehaltung der Außenstelle sind die Umbaupläne an der Hauptstelle am Philosophenweg nicht überflüssig geworden, betonte Bäkermann. Allerdings könne auf drei Räume verzichtet werden. Dennoch seien die geplanten Baumaßnahmen (behindertengerechte sanitäre Anlagen, Fahrstuhleinbau, Erweiterung des Lehrerzimmers und des Kioskbereiches) notwendig. Die dafür veranschlagten Kosten in Höhe von 1,35 Millionen Euro stünden bereits im Haushalt zur Verfügung. Für die Außenstelle fallen außerdem jährliche Unterhaltungskosten in Höhe von rund 40 000 Euro an.
Der Fachausschuss stimmte dem Beibehalt der Außenstelle zu. Erst 2015 soll erneut geprüft werden, ob und wann auf sie verzichtet werden kann.
Damit sind vorerst Überlegungen in Teilen des Braker Stadtrats vom Tisch, im Gebäude an der Kirchenstraße die Grundschulen Harrien und Eichendorffschule unterzubringen. Aber auch strategische Pläne der Führung des St.-Bernhard-Hospitals, sich zumindest das Grundstück für eine mögliche Erweiterung des Krankenhauses sichern, haben sich damit erledigt.
