NWZ
berichtete), und jetzt hat sie auch bei der AWo-internen Tandem-Prüfung erstklassig abgeschnitten – zusammen mit den 19 anderen Altenpflege-Einrichtungen des Sozialverbandes in Weser-Ems.Mehrarbeit für Pfleger
Das nahm der Bezirksverband Weser-Ems der Arbeiterwohlfahrt am Dienstag zum Anlass, im Atenser AWo-Clubhaus die Zertifikate zu übergeben. Der Bezirksvorsitzende Dr. Harald Groth, Delmenhorst, überreichte die Auszeichnungen stellvertretend für alle 20 Einrichtungen an die Heime in Norden, Aurich, Wardenburg und Atens.
Groth machte in seiner Ansprache deutlich, dass diese interne Prüfung den Mitarbeitern zusätzlich zu ihrer hohen Arbeitsverdichtung weitere Mühen bereite, aber dennoch unentbehrlich sei, weil der Kunde auch auf einen „Verbraucherschutz in der Pflege“ Anspruch habe. Dieser Anspruch könne nicht allein durch die alljährlich unangemeldeten externen Prüfungen des MDK erfüllt werden.
Über dem Durchschnitt
Seit 1997 zertifiziert der TÜV-Nord-Cert alle Altenpflege-Einrichtungen des AWo-Bezirksverbandes. Dabei geht es um Sicherheit für Bewohner und Mitarbeiter, verbesserte Abläufe und Kundenorientierung. Für die Mitarbeiter bedeutet das die Pflicht zur Dokumentation und zur Arbeit nach Handbüchern. In diesem Jahr hat der TÜV erstmals eine Tandem-Zertifizierung vorgenommen, das heißt, die Prüfer haben auch danach gefragt, ob die Standards des AWo-Bundesverbandes eingehalten werden. Dabei geht es vor allem um die sozialen Grundlagen, etwa das menschliche Miteinander und den sorgsamen Umgang mit den Leistungsentgelten.
Diese Anforderungen sahen die Prüfer als erfüllt an, auch das fachliche Niveau sei hoch. Dieses hohe fachliche Niveau hatte auch der MDK mit Noten von 1,0 bis 1,2 anerkannt.
Auf Landesebene forderte Groth bessere Rahmenbedingungen. Derzeit sei die Arbeitsverdichtung in Niedersachsen am höchsten, obwohl es doch eine bundeseinheitliche Pflegeversicherung gebe.
Zudem sagte Harald Groth, es sei untragbar, dass die Altenpfleger seit 2008 kostenlos die Krankenpflege mitmachen müssen. Dadurch sparten die Krankenkassen erheblich – und zwar zu Lasten der Pfleger und auch der Sozialhilfe, die einspringt, wenn der Kunde nicht mehr selbst zahlen kann. Groth bezifferte die Kosten für die Sozialhilfe auf jährlich 4 Milliarden Euro. Zudem fehle dadurch Zeit für aktivierende Pflege.
