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Hauswirtschaft Azubi blickt über den Tellerrand

Cloppenburg - „Lisa wird bestimmt wieder meinen Weg kreuzen“, sagt Ursula Hoppe. Sie ist Ausbildungsberaterin bei der Landwirtschaftskammer und weiß genau, dass diejenigen weiterkommen, die Freude am Beruf haben. Lisa Hohnhorst hat gerade als eine der Besten aus ihrem Jahrgang die Ausbildung zur Hauswirtschafterin in der Katholischen Akademie Stapelfeld abgeschlossen. Weil sie zuvor die Fachhochschulreife auf der Justus-von-Liebig-Schule in Vechta gemacht hat, konnte sie ihre Lehrzeit auf zwei Jahre verkürzen.

Neue Arbeitsweisen

Kurz vor ihrer Prüfung im Sommer hat sie sich bei einer Ausschreibung der Landwirtschaftskammer beworben und wurde unter vielen Bewerbern ausgesucht: Die 21-Jährige durfte für einen Monat an einem Austausch mit den Niederlanden für Hauswirtschafterinnen und Landwirte teilnehmen. „Das Berufsfeld Hauswirtschaft gibt es dort nicht“, berichtet Ursula Hoppe. Lisa arbeitete in einem Tagungshaus und Hotel. „Es war toll, einmal in ein anderes Team und in einen andere Arbeitsweise hineinzuschnuppern“, erzählt die Bakumerin.

Die Landwirtschaftskammer hat das Projekt in diesem Jahr zum ersten Mal angeboten. Die Teilnehmer haben einen Europass erhalten, der ihnen den Einstieg für einen Job im europäischen Ausland erleichtern kann.

Die Katholische Akademie unterstützt solche Projekte, in denen Auszubildende Lernchancen nutzen können, die nebenbei auch noch Spaß machen. „Wir haben als Haus den Auftrag, Menschen stark fürs Leben zu machen“, sagt Akademie-Geschäftsführer Willi Rolfes. Diesen Auftrag nehme man selbstverständlich auch bei den Azubis wahr.

Deshalb sei es auch klar gewesen, dass die junge Auszubildende bei den hauswirtschaftlichen Wettbewerben teilnehmen könne. Und so hatte Lisa Hohnhorst sich schließlich beim Bundesentscheid Hauswirtschaft in Stade qualifiziert und dort sogar den vierten Platz erreicht. „Das war eine tolle Erfahrung“, sagt die 21-Jährige. So zählten zu den Aufgaben beispielsweise im Team mit unbekannten Teilnehmern ein Frühstücksbuffet für 20 Personen vorzubereiten.

Kochen, Speisen vorbereiten, aber auch die Beachtung von Hygieneregeln und von Allergenen in der Nahrung, gesetzliche Regelung oder auch der Umgang mit Gästen – das alles und noch viel mehr gehört zu den Aufgaben, die die Auszubildenden in ihren Lehrzeit lernen.

Vielseitigkeit

Die Vielseitigkeit des Berufes hat mich angesprochen“, erzählt sie. Außerdem habe man nach der Ausbildung zahlreiche Möglichkeiten bei der Berufswahl: von Krankenhäuser über Altenheime und Weiterbildungshäuser bis zu Hotels und privaten Haushalten. Dabei ist sie vor ihrer Ausbildung durchaus auf Vorurteile gestoßen: „Kochen und putzen kann doch jeder war noch das Gängigste“, erzählt sie.

Auch Willi Rolfes erfährt, dass das Berufsfeld Hauswirtschaft schwer zu besetzen ist. „Lisa haben wir gewonnen, indem wir in der Berufsschule Ausschreibungen verteilt haben.“ In dem damaligen Jahrgang gab es nur fünf Absolventen. Im Folgejahrgang immerhin wieder 16 Abgänger, erzählt Ursula Hoppe. In der Katholischen Akademie gibt es aber bereits wieder zwei neue Auszubildende als Hauswirtschafterin. Sie vervollständigen dort das Team von 18 Personen in der Küche.

Für Lisa Hohnhorst ist die Zeit in der Akademie in Stapelfeld zunächst vorüber. Sie beginnt im September eine Weiterbildung zur hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin in Osnabrück.

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