BAD ZWISCHENAHN - Die Vorstellungen, wie das Areal des Bundeswehrgeländes in Rostrup zukünftig genutzt werden kann, gehen weit auseinander. Der Verkauf an einen Investor, der das gut 40 Hektar umfassende Gelände bebaut, ist dabei ebenso eine Möglichkeit wie die Idee, dem Natur- und Landschaftsschutz Priorität einzuräumen.

Unter dem Titel „Kur ohne Natur – geht das?“ wurden im Haus Feldhus in Bad Zwischenahn die unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten vorgestellt und diskutiert. Dazu eingeladen hatte die Lokale Agenda 21 – Arbeitskreis „Zukunftsplan Bad Zwischenahn“.

Biotoptypen schützenswert

Auf der Fläche des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses haben sich im Laufe der Jahrzehnte Biotoptypen entwickelt, die zum Teil besonders schutzwürdig sind. Darauf machte Professor Dr. Rainer Buchwald von der Universität Oldenburg aufmerksam. Im Rahmen einer Diplom-Arbeit wurde das Rostruper Gebiet untersucht und herausgestellt, dass sich dort Tier- und Pflanzenarten entwickelt haben, die eine mittlere bis hohe Schutzwürdigkeit besitzen.

Dr. Arno Schilling, Bürgermeister der Gemeinde Bad Zwischenahn, verwies im Rahmen der Diskussion auf ein Eckwerte-Papier des Rates des Kurorts. Dabei sei „aus städtebaulicher wie auch ökonomischer Sicht eine Mischung verschiedener Nutzungen anzustreben, um eine nachhaltige gemeindliche Entwicklung, auch was die Schaffung von Arbeitsplätzen betrifft, sicherzustellen.“ Durch Hotellerie und Fortbildungseinrichtungen für Sport und die Versicherungswirtschaft könnten neue Tourismusmärkte für den Ort erschlossen werden. In diesem Fall könnten rund 20 Hektar der Fläche baulich genutzt werden.

Johann Köhler, Diplom-Ingenieur und Landschaftsarchitekt aus Bremen, appellierte an die anwesenden Ratsmitglieder, die mögliche zu bebauende Fläche zu reduzieren. In Städten wie Bremen und Hamburg sollen frühere Grünflächen, die bebaut wurden, wieder renaturalisiert werden. Wenn Flächen aber erst einmal versiegelt sind, ist es kaum mehr möglich, sie wieder zu verändern.

Gelände erhalten

Das „Sahnestück Bundeswehrgelände Rostrup“ ist nach Meinung von Cornelia Voigts von der Lokalen Agenda 21 so herausragend, dass es erhalten bleiben oder sogar zurückgebaut werden muss. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der Rundwanderweg um das Zwischenahner Meer offen bleiben muss. Von der Lokalen Agenda 21 wurde eine sensible Bebauung gefordert, um die Schaffung langfristiger Arbeitsplätze zu gewährleisten.

Die Informationsveranstaltung zum Thema „Kur ohne Natur – geht das?“ war der Auftakt zu einer Reihe weiterer geplanter Treffen, die sich mit der zukünftigen Nutzung des ehemaligen Bundeswehrgeländes in Rostrup befassen sollen.