BAD ZWISCHENAHN - Etwa 80 Kinder und Erwachsene lauschten den Worten des in Oldenburg geborenen Philosophen Karl Jaspers über das Meer und seine Unendlichkeit. Mit einem Filmausschnitt über das Leben des großen deutschen Philosophen eröffnete Prof. Dr. Reinhard Schulz vom Institut für Philosophie der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg die Reihe der Kurzvorträge und philosophischen Gespräche im Rahmen der Abschlussmatinée.
Mit dem Bezug zum eigenen Leben und seinen Unterschieden, aber auch Gemeinsamkeiten mit dem des Meeres, den Jaspers in seinem Filminterview herstellte, beschäftigten sich die Kinder intensiv und mit zum Teil erstaunlichen Erkenntnissen.
Ist der Mensch Natur?
Mit der sokratischen Fragestellung „Ist der Mensch Natur?“ leitete Hans-Joachim Müller, Leiter des veranstaltenden und von der EWE-Stiftung geförderten Projekts „Philosophieren als Bestandteil wissenschaftlicher Grundbildung“, eine zweite, philosophische Gesprächsrunde mit insgesamt 25 Kindern der Grundschulen Am Wiesengrund, Edewecht, Elmendorf, Friedrichsfehn, Ofen und Osterscheps sowie der Gymnasien Bad Zwischenahn-Edewecht und Liebfrauenschule/Oldenburg, die alle an den Treffen der Jaspers Clubs teilgenommen hatten, ein.
Ein Kind versuchte die Diskussion auf den Punkt zu bringen: „Der Mensch kommt zwar aus der Natur, aber er ist nicht Natur!“
Prof. Kerstin Michalik, Universität Hamburg, neu gewählte Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung des Philosophierens mit Kindern in Deutschland und damit Nachfolgerin Hans-Joachim Müllers, richtete ihre als Vortragstitel formulierte Frage „Was bringt das Philosophieren den Kindern?“ zunächst an die Versammelten und erzielte bei den Kindern eine bemerkenswerte Resonanz.
Über die Welt nachdenken
Die Fähigkeit, über sich selbst und die Welt nachdenken zu können und dabei auch noch Spaß zu haben war der überwiegende Tenor in den Kinderantworten. Das sei im Übrigen besser als Fernsehen, fügte eine Viertklässlerin aus Edewecht hinzu.
Zum Abschluss der Veranstaltung überreichte die Edewechter Bürgermeisterin Petra Lausch, die ebenso wie der Edewechter Schulleiter Egbert Kosmis als Gast an der Veranstaltung im Haus Brandstätter in Bad Zwischenahn teilnahm, gemeinsam mit Prof. Schulz jedem Kind ein Zertifikat, das eine erfolgreiche Teilnahme bescheinigte.
In seinem Schlusswort wies Hans-Joachim Müller daraufhin, dass die Jaspers Clubs für Bad Zwischenahner und Edewechter Schulen im November fortgesetzt würden und sich mit der Haarentorschule auch erstmals eine Oldenburger Grundschule beteiligen würde.
