BAD ZWISCHENAHN - Wer schon einmal mit Jugendarbeit zu tun hatte, der weiß, es bedarf mehr als nur guter Absicht und Engagements. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Anforderungen. Um darüber mehr zu erfahren, lassen sich in den Herbstferien rund 20 Jugendliche im Bad Zwischenahner Stellwerk fortbilden. Der einwöchige Kompaktkursus mündet in einer Prüfung, am Sonntag.
Die Teilnehmer des Kurses sind zwischen 15 und 20 Jahren alt. Dieses jugendliche Alter der Teilnehmer ist ausdrücklich erwünscht. „Soziale Kompetenz ist keine Frage des Alters, sondern eine von persönlicher Reife und auch einer guten Ausbildung“, so Kursleiter Claus Meyer, Jugendpfleger im Stellwerk. Der 52-jährige leitet den Kursus im Verbund mit seiner Kollegin Sonja Eckert. Beide sind diplomierte Sozialpädagogen und Sozialarbeiter.
Der Fokus der Ausbildung liegt in der Vermittlung von sozialer Kompetenz, aber auch den Kenntnissen, die zur Leitung einer Gruppe nötig sind. Wichtig sei in diesem Zusammenhang besonders die Einhaltung der Aufsichtspflicht, so Meyer. Und dies sei eben weitaus mehr als bloße Anwesenheit.
Für die Teilnehmer des Kurses heißt es aber nicht nur graue Theorie zu pauken, auch der praktische Bezug ist elementar. So werden Theorie und praktische Spielformen gelehrt, aber immer wieder unterbrochen von Phasen der Reflexion. Schließlich sollen die Schüler auch etwas über sich selbst erfahren.
So gab es etwa Gruppenübungen, die gefilmt wurden, um im Anschluss Erkenntnisse über Gruppendynamik und auch Rollenverhalten innerhalb einer Gruppe zu erzielen. Diese mediale Auswertung war es auch, die vielen der zukünftigen Gruppenleiter am besten gefiel: „Ich habe dabei viel über mich gelernt“, so die 15-jährige Lena Schreiber.
Auch wenn die Prüfung am Sonntag, welche den Schlusspunkt darstellt, nicht benotet wird, nehmen die Teilnehmer den Kursus durchaus ernst, wie Teilnehmerin Sophia Petridis bestätigt: „Man möchte sich hier natürlich auch beweisen.“
Am Sonntag werden die Kursteilnehmer nun im gesamten Jugendhaus eine Art „Kurs“ anlegen. Die Konzepte für die einzelnen Stationen werden in Gruppenarbeit aktuell erarbeitet. Hierzu wurden Kinder aus dem Ort eingeladen. Der Umgang der Kursteilnehmer mit den Kindern wird anschließend gemeinsam ausgewertet. Danach sollen Tipps für Verbesserungen gegeben werden, schließlich will man das Engagement der Teilnehmer weiter fördern.
