BAD ZWISCHENAHN - Hildegard Hoka Wittig, eine große Persönlichkeit in der europäischen Ikebana-Welt, eine Vermittlerin zwischen West und Ost, ist kurz vor Vollendung ihres 84. Lebensjahres verstorben. Mit dem Tod der gebürtigen Leeranerin geht in Nordwestdeutschland eine Ära zu Ende, ihr Ableben bedeutet eine Zäsur im Leben ihrer unzähligen Schüler und langjährigen Weggefährten – und ihrer Tochter Hildja Yukino Wittig.
Die gelernte Goldschmiedin Hildegard Wittig, die traditionsreichen Kapitänsfamilien im ostfriesischen Leer entstammt, entdeckte ihre Liebe zur japanischen Blumenkunst, als sie 1959 mit ihrem Mann, dem 2002 verstorbenen Erziehungswissenschaftler und Politologen Prof. Dr. Dr. Horst E. Wittig, nach Japan ging.
Geleitet von dem Willen, etwas Großes im Leben zu schaffen, begann sie ein kontinuierliches Studium des Ikebana bei den großen Meistern des Landes. 1972 gründete sie in Tokio die Deutsche Kado-Schule, die erste deutsche Ikebana-Schule in Japan. Hildegard Hoka Wittig errang den Rang einer Meisterin Ersten Grades und Ikebana-Professorin und hat ungezählte Schüler zu Ikebana-Meistern ausgebildet.
Nach der Rückkehr nach Deutschland setzte sie ihren Blumenweg kontinuierlich fort. Hier ging sie zusammen mit ihrem Mann auch unter die Autoren: Ihr Buch „Ikebana – Japanische Blumenkunst“ gilt heute als Standardwerk. Hildegard Hoka Wittig war Ehrenmitglied bei Ikebana International, Zürich, Mitbegründerin der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Oldenburg, sie unterrichtete viele Jahre an den Volkshochschulen in Leer, Oldenburg und Ammerland und nicht zuletzt wusste die Japan-Abteilung des Bremer Überseemuseums ihre Beratung zu schätzen. 2004 wurde Hildegard Hoka Wittig für ihre Verdienste um Ikebana mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Hildegard Hoka Wittig wird ihren Freunden als eigenständige, optimistische und kraftvolle Persönlichkeit in Erinnerung bleiben, als ruhige und sanftmütige Frau, die über sich selbst nie viel Aufhebens machte und stets ein gutes Wort für jedermann parat hatte.
