BAD ZWISCHENAHN - BAD ZWISCHENAHN - „Immer wenn ich mich für meinen Vater interessierte und Fragen stellte, traf ich auf eine Mauer des Schweigens“, sagt Klaus Volkmann. „Diese will ich endlich einreißen, und ich hoffe, dass mir das auch nach so langer Zeit noch gelingt. Meine Mutter verriet mir leider nicht, wer mein leiblicher Vater ist, sondern nahm ihr Geheimnis mit ins Grab.“
Klaus Volkmann ist selbst Vater zweier erwachsener Söhne, aber über seine eigenen Wurzeln weiß der 57-Jährige kaum etwas. Dabei hat der Niederländer, der 1947 in Dreibergen geboren wurde, bereits umfangreiche Recherchen bei Angehörigen, Zeitzeugen, Behörden, in Archiven und über das Internet angestellt. Bislang fand er nur heraus, dass sein Vater entweder britischer oder kanadischer Besatzungssoldat war.
„Im Oktober 1947 wurde ich in Dreibergen geboren. Meine Mutter hieß Gertrud Mol und war die Tochters des Fischers und späteren Dampfschiffkapitäns Gerriet Mol“, berichtet Volkmann, der heute im niederländischen Steenwijkerwold wohnt und als Schulassistent tätig ist. Im Juli 1948 heiratete seine Mutter den Tischler Heinz Volkmann. Die Ehe hielt nur kurz und wurde Anfang 1950 geschieden. Im Frühjahr 1950 zog Gertrud Volkmann, die wieder ihren Mädchennamen annahm, mit Sohn Klaus ins niederländische Giethorn. „Sie sprach kein Wort Holländisch, hatte keine feste Anlaufadresse und warum sie nur mich mitgenommen hat, und mein fünf Jahre älterer Bruder Dieter damals im Ammerland blieb, habe ich leider auch nie erfahren“, sagt Volkmann.
Er habe sich immer gut mit seiner Mutter verstanden, betont der 57-Jährige, doch das Thema „eigene Familie“ durfte nicht angeschnitten werden. Auf Fragen dazu habe seine Mutter stets geschwiegen oder ihm bedeutet, dass ginge ihn nichts an.
„Lange Zeit wusste ich nicht, dass mein Name Volkmann ist. Ich glaubte, Mol zu heißen.“ Bei einer Reihenimpfung als Kind und später, kurz vor Abschluss der Techniker-Schule, habe er das erfahren. Vom Ex-Mann seiner Mutter, dem schon verstorbenen Heinz Volkmann, erhielt er zwar den Namen, aber sein leiblicher Vater sei das nicht gewesen. Auch der Vater seines Bruders Dieter kam für eine Vaterschaft nicht in Frage: Dieters Vater war Bomberpilot und fiel im Krieg. In Klaus Volkmanns Geburtsakte steht „Vater unbekannt“.
Die Schwester seiner Mutter verriet Klaus Volkmann schließlich, dass sein Vater Besatzungssoldat war. Er soll damals im Bauernhaus der Familie Jüchter (heute Bothmer) an der Dreiberger Straße 27 einquartiert gewesen sein. „Meine Tante glaubt, dass 1946/1947 dort Briten untergebracht waren, aber ein anderer Zeitzeuge ist davon überzeugt, dass es Kanadier waren, die nach dem offiziellen Abzug im Sommer 1946 noch geblieben sind. Wer kann mir denn bloß sagen, wer 1946/1947 bei Jüchters wohnte?“ Kontakt kann mit Klaus Volkmann über die Internetadresse „kgvolkmann@zonnet.nl“ aufgenommen werden oder über 04488/99882605.
Viele Jahre glaubte Klaus Volkmann mit Familiennamen Mol zu heißen
