BAD ZWISCHENAHN - Fast 17 Jahre hatte er das Gymnasium Bad Zwischenahn-Edewecht geleitet. Geschätzt wurde sein kommunikatives Wesen.

Von Otto Renken

BAD ZWISCHENAHN - Der Vorarbeiter verlässt seinen Platz: Nach einer insgesamt 37-jährigen Dienstzeit, in der er fast 28 Jahre als Schulleiter tätig war, davon rund 17 Jahre in Bad Zwischenahn, wurde der Leiter des Gymnasiums Bad Zwischenahn-Edewecht, Oberstudiendirektor Bernd Pohlig, gestern in den Ruhestand verabschiedet. „Ich kenne niemanden, der über mehr Erfahrung im Amt verfügt als Sie“, bescheinigte ihm Karl Heinrich Queckenstedt von der Landesschulbehörde Osnabrück zum Abschied.

In einer dreistündigen Feier mit rund einem Dutzend Reden und mehreren musikalischen Beiträgen wurde das Arbeitsleben eines Mannes gewürdigt, der schon früh gelernt hatte, Verantwortung zu übernehmen. Pohlig war kaum zwei Monate am Gymnasium Westerstede im Schuldienst tätig, als ihm 1970 die Außenstelle des Zentralinstituts für Sporterziehung in Westerstede übertragen wurde. 1979 wurde er Schulleiter am Niedersächsischen Internatsgymnasium in Esens, ehe er 1990 die Leitung am Gymnasium Bad Zwischenahn-Edewecht übernahm. Eine Schule, zu der heute rund 1500 Schüler und ein etwa 100-köpfiges Kollegium zählt.

Pohlig sei als Schulleiter stets Motivator gewesen, mit pädagogischer wie sozialer Kompetenz, so Queckenstedt. Nachzulesen sei das im übrigen im Bericht der jüngsten Schulinspektion, in dem die besondere Führungsqualität Pohligs mit dem Begriff „Management by Wandering Around“ umschrieben sei – was sinngemäß bedeutet, dass man als Führungskraft „beim Rundgang“ den Kontakt zu den Mitarbeitern einer Organisation aktiv halten und gestalten muss. Queckenstedt vergaß nicht darauf hinzuweisen, dass Pohligs Akte für die gesamte Dienstzeit keine Krankmeldung aufweist.

Zwischenahns Bürgermeister Dr. Arno Schilling erinnerte an die Entwicklung des Gymnasiums unter Pohligs Führung. „Ich habe in Ihnen den harten und sachlichen Gesprächspartner und Ihren rationalen Gesprächsansatz geschätzt“, so Schilling.

Was in allen Redebeiträgen – u.a. durch Vertreter der Schulleitung, des Kollegiums, des Personalrates, des Schülerrates, des Elternrates, des Studienseminars, der Schulleiterkonferenz und der Direktorenvereinigung Ostfrieslands – deutlich wurde und mehrfach Ziel humorvoller Anspielungen war: sein überaus kommunikatives Wesen. Was Pohlig zu Beginn seiner Abschlussrede zu den Worten veranlasste: „Ich wage ja kaum noch den Mund aufzumachen“. Um „die Erwartungen jedoch nicht zu enttäuschen“, ergriff er dann aber doch das Wort – und gab ein letztes Mal an dieser Stelle Einblick in sein an Erfahrungen reiches Lehrerleben.