Bardenfleth - Ein Platz zum Brüten oder Verstecken – viele Tiere profitieren von dem Projekt, das Finn, Merle, Jorja und Kimberley nach genauesten Überlegungen nun in die Tat umgesetzt haben. Und ihre Idee kam so gut bei der Heinz-Sielmann-Stiftung an, dass Finn Tenbrock und Merle Bruns im Frühjahr als eine von zehn Schülergruppen aus dem ganzen Bundesgebiet zum ersten Biodversitäts-Camp nach Duderstadt eingeladen wurden. Unter dem Titel „Natur macht Schule“ nahmen die beiden Gymnasiasten zusammen mit einer Lehrkraft zwei Tage lang im Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen an Workshops teil und nutzten die Gelegenheit zur Vernetzung mit Gleichgesinnten. Außerdem bekam jede Gruppe 250 Euro zur Umsetzung ihrer Projekte.

Bereits im letzten Jahr hatte Finn die Idee, eine Grünfläche am Deichfuß in Bardenfleth mit Leben zu füllen. Eine Blühwiese, Insektenhotels, Nistkästen und am Boden Möglichkeiten für Kleintiere, sich zu verstecken, alles aus natürlichen Materialien – so die Vision des Gymnasiasten, der das Projekt im November der Stiftung vorstellte.

Schnell lernten der Schüler und seine Mitstreiterinnen, dass zur Umsetzung weitaus mehr gehört als die Beschaffung der Materialien und deren Aufbau. Denn Genehmigungen vom Deichband oder Landkreis waren nötig. Beim Landesforst, der gerne die Zustimmung erteilte, wurde nachgefragt, ob im Reiherholz Äste oder Rinden entnommen werden dürfen.

Im Frühjahr wurde auf dem, wie vom Deichband vorgeschrieben, klar von der restlichen Wiese abgetrennten Bereich ordentlich umgegraben, um das Saatgut in die Erde zu bringen. Große Rindenstücke und Tonscherben dienen als Behausung von beispielsweise Kröten oder Molchen. Auch ein Apfelbaum ist gepflanzt, alles ist naturnah und unbehandelt. Das Verwittern gehöre dazu, denn auch das sei ökologisch wertvoll, erklärten die Jugendlichen, die nun mit vereinten Kräften das Gestell mit den verschiedenen, vom Nabu gespendeten Nistkästen für Schwalben, Meisen oder Stare aufstellten.

Während die auch mit den Samentütchen der NWZ angelegte Blühwiese bereits in voller Blüte steht und der Apfelbaum sich bestens entwickelt, wird bis zum ersten Nisten von Vögeln noch etwas gewartet werden müssen. Im Herbst freuen sich sicher erst einmal diverse Kleintiere über den Unterschlupf am Boden.