BARßEL - Für Barßel kommt es 2010 knüppeldick: Rückforderungen von Gewerbetreibenden in Höhe von rund 400 000 Euro aus zu viel gezahlter Gewerbesteuer, gekürzte Schlüsselzuweisungen vom Landkreis (um 30 Prozent oder 350 000 Euro gegenüber dem Vorjahr), hinzu kommt ein Rückgang des Gemeindeanteils an der Einkommensteuer um 7,5 Prozent. „Das wird für Barßel ein schwieriges Jahr“, prophezeit Bürgermeister Bernd Schulte.

Viele Projekte, etwa im Schul- und Kindergartenbereich, wie die energetische Sanierung der Grundschule in Harkebrügge oder der Turnhallen in Harkebrügge und Barßel, haben Verwaltung und Rat im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht. Projekte, deren Finanzierung noch nicht abgeschlossen sind, und die jetzt weiterhin den Etat belasten. „Wir mussten diese Projekte anpacken, zumal wir durch das Konjunkturpaket II des Bundes die einmalige Chance hatten, dass ein Großteil der Investitionssumme vom Bund getragen wird“, so Schulte.

Angesichts zurückgehender Einnahmen hat bereits der Landkreis Cloppenburg indirekt an die Barßeler Gemeindeverwaltung appelliert, die Gewerbesteuersätze baldmöglichst anzuheben, um die Einnahmesituation zu verbessern. „Im Bund ist von Steuersenkungen die Rede und wir sollen die Steuern erhöhen. Das passt nicht zusammen“, kommentiert Schulte den Vorschlag.

Trotz der schwierigen Haushaltslage gibt sich Schulte optimistisch. Viele Projekte sind auf den Weg gebracht worden bzw. fertig, die den Wirtschaftsstandort Barßel stärken werden, ist sich Schulte sicher. Da ist zum einen der Fremdenverkehr. So ist sich Schulte sicher, dass neue Attraktionen wie der Erlebnisweg in Barßel oder zusätzliche Anlegestellen für Wassersportler im Gemeindegebiet noch mehr Besucher als bisher anlocken werden. Gäste von denen auch der Handel vor Ort profitiert. Es sind Projekte, die auch die Lebensqualität für die einheimische Bevölkerung erhöhen können.

Und da ist das produzierende Gewerbe im Gemeindegebiet mit den Großunternehmen Abraham Schinken und der Firma Fopac Maschinenbau. Beide Unternehmen hätten in den vergangenen Jahren viel investiert und entwickelten sich prächtig, so Schulte.

Ein Dorn im Auge sind ihm einige Leerstände von Gewerbe-Immobilien, etwa an der Langen Straße in Barßel. Gefreut hat sich Schulte hingegen über die Zusage eines Investors, der das alte Geschäftshaus mit dem „Ihr Platz“-Markt Ecke Lange Straße/Ammerländer Straße in Barßel abreißen und hier ein neues Geschäftshaus bauen will. „Wir müssen den Handel im Ortskern stärken“, ist Schulte überzeugt.