BARßEL - „Hier wohnte Alexander Hess, Jahrgang 1872, deportiert 1942 Riga, ermordet 18.8.1942“. Ein Name, zwei Orte, zwei Daten – das ist das, was bleibt von der Geschichte eines Lebens, vom Schicksal des jüdischen Bewohners Hess, der einst in der Hafenstraße 5 in Barßel lebte. Ein Schriftzug, eine Erinnerung, immerhin.

Seit mehreren Jahren werden die so genannten Stolpersteine auf Initiative des Bildhauers und Aktionskünstlers Gunter Demnig aus Köln in verschiedenen Städten in Deutschland auf Fußwegen installiert. Gestern verlegte der 1946 in Berlin geborene Demnig höchstpersönlich so einen Stolperstein im Fußweg vor dem Hause Nummer 5 an der Hafenstraße im Seemannsdorf. Dabei griff Demnig zu Hammer, Stemmeisen und Kelle und mauerte den Stolperstein von zehn Mal zehn Zentimeter, aus Beton gegossen und mit einer Metallplatte abgedeckt, in den Fußweg ein.

Zur Aktion hatten sich zahlreiche Interessierte und natürlich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7 b der Realschule Barßel mit Klassenlehrer Rainer Pagel eingefunden. Schließlich hatten die Realschüler die Idee zum verlegen des Gedenksteines zur Erinnerung an Alexander Hess. Über Monate hatten sich die Schüler der Klasse 7b daran gemacht, im Rahmen der „Spurensuche“ das Leben von Alexander Hess so gut wie möglich zu rekonstruieren und zu dokumentieren (die NWZ berichtete).

„Wir wollen mit diesem Gedenkstein Alexander Hess ehren und dazu beitragen, dass sein Schicksal in Barßel nicht vergessen wird“, sagte Jana Kolhoff. Den Menschen solle vor Augen gehalten werden, was die Nazis den Menschen angetan hätten. Eine Zeitzeugin war Grete Nehus, geborene Pekeler. Alexander Hess war ihr Großonkel. Nehus erinnerte in einer Laudatio an das Leben von Hess in Barßel und wie er war. Sie lobte die hervorragende Dokumentation der Schülerinnen und Schüler über ihren Großonkel.