BARßEL - Ihrem Namen alle Ehre machte jetzt die Europaschule Realschule Barßel. Gäste aus Finnland, Polen, Belgien, Litauen, Österreich, Italien, den Niederlanden, Tschechien, Schweden und Großbritannien waren in die Gemeinde gekommen, um mit Vertretern der Realschule zu diskutieren. Und Diskussionsstoff gab es genügend. „Es ging nämlich um die Schulentwicklung in Europa nach dem Pisa-Schock“, sagt Herbert Fassio.
Fassio ist Lehrer an der Realschule und gleichzeitig Koordinator der Comenius-Projektarbeit, das Anlass des Zusammenkommens in Barßel war. Drei Projekte hat es in den vergangenen zehn Jahren – „wir feiern in diesem Jahr Jubiläum“ – bereits gegeben. Nach Themen wie der europäischen Identität und der EU-Osterweiterung ging es nun um die Pisa-Studie und deren Folgen.
Begonnen hatte die Projektarbeit bereits vor drei Jahren. „Jetzt haben wir uns zur Auswertung und zur Verfassung des Abschlussberichtes getroffen“, so Fassio. „Unser Blick galt bestimmten Fächern: Mathe, den Naturwissenschaften, Geschichte, Politik und den Fremdsprachen.“ Und die Ergebnisse? „Wir haben festgestellt, dass wir an unserer Schule viel mehr im Bereich der Kompetenzen der Schüler machen müssen“, sagt Fassio.
Stures Auswendiglernen für einen Test sei kontraproduktiv. Viel wichtiger sei es, Zusammenhänge zu begreifen oder auch Teamarbeit zu erlernen. „Als Vorbild ist hier Skandinavien zu nennen“, so Fassio.
Am diesjährigen Treffen nahm auch Viktoria Kiss teil. „Meine linke und rechte Hand während des Zusammenkommens mit den europäischen Schulvertretern“, schwärmt Fassio. Die gebürtige Ungarin macht derzeit ein Praktikum an der Realschule. Sie erzählte von den Erfahrungen aus ihrer Schulzeit in Ungarn. Kiss war extra für das Projekt „Pisa-Schock“ nach Barßel gereist.
Comenius ist ein Zusammenschluss von Schulen der bereits genannten Länder. Neben der regelmäßigen Projekte zeichnet Comenius aber noch etwas anderes aus. „Die Schulen sind wie ein Netzwerk verbunden“, erzählt der Koordinator.
20 Schüleraustausche werden seitdem von der Realschule Barßel angeboten. „In den vergangenen zehn Jahren waren 500 Schüler daran beteiligt“, fügt Fassio hinzu. Auch zwischen den Lehrern hätten sich Freundschaften entwickelt.
Wenn die Europäische Union ihr Einverständnis gibt – die EU finanziert diese Projekte –, soll bereits im kommenden Jahr das nächste Projekt starten. „Das Thema dann heißt Gesundheit“, kündigt Fassio an. Im Mittelpunkt stehen dann Ernährung, Sport und Bewegung.
