Wildeshausen - Die bis 2021 geplante und vor einigen Monaten begonnene Sanierung der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Wildeshausen ist anscheinend doch nicht nur innerhalb der bestehenden Gebäudegrenzen möglich. Am Dienstagabend meldete die Kreisverwaltung nach Absprache mit den BBS im Schulausschuss den Wunsch an, den 2600 Quadratmeter großen Trakt C (Metalltechnik) am Standort Feldstraße um 250 Quadratmeter zu erweitern.
Umkleideräume als Lager
„Die räumliche Erweiterung ist notwendig, um der inhaltlichen und methodischen Neuausrichtung in vielen Berufen gerecht zu werden“, erklärte Architekt Ulrich Piontek (Kreisverwaltung). Unter anderem mangele es an Umkleideräumen, das Lehrerzimmer sei zu klein und es fehlten ein Besprechungs- und ein Sanitätsraum. Ein Teil der vorhandenen Umkleideräume würden als Lager genutzt, so dass sich die Schüler in den Werkstätten umzögen.
Differenzierung gefordert
Nach Aussagen von Thorsten Lange, Abteilungsleiter Technik an den BBS, ist bei der Detailplanung der Platzmangel festgestellt worden. „In der Metalltechnik treffen verschiedene Berufe aufeinander, so dass die Schüler unterschiedlich unterrichtet werden müssen“, so Lange. Es gebe die Versorgungstechnik, Feinwerktechnik und Fahrzeugtechnik. Dafür würden integrierte Fachräume mit verschiedenen Lehrobjekten benötigt. Allein die Fahrzeugtechnik unterscheide zwischen den KFZ-Mechatronikern, Berufskraftfahrern und Landmaschinentechnikern. Die Handwerkskammer habe die Ausbildung in der Sparte Gas-Wasser-Sanitär moniert und eine differenzierte Ausbildung gefordert, um die Qualität zu wahren.
Bislang seien Auszubildende verschiedener Metallberufe im ersten Jahr gemeinsam unterrichtet worden, so Lange. Die Differenzierung habe erst im zweiten Jahr begonnen, mit der Folge, dass Metallbauer dann zu den BBS nach Oldenburg wechseln mussten. Künftig sollen die Metallbauer die kompletten dreieinhalb Jahre in Wildeshausen unterrichtet werden.
Nach Darstellung von Architekt Piontek würde der Anbau an der Seite zum Windmühlenweg 560 000 Euro kosten. Da er den Trakt C vergrößern soll, müsse die Entscheidung in diesem Jahr fallen; denn die Sanierung läuft und soll im Sommer 2016 abgeschlossen werden, um den gesamten Zeitplan bis 2021 einzuhalten.
Im Kreisschulausschuss erinnerte Franz Duin (SPD) an ein weiteres Feld, auf dem es seiner Meinung nach Handlungsbedarf gibt. Er sprach die Cafeteria an. Dort gebe es 60 Sitzplätze. Die BBS werde aber von 1600 Schüler besucht, 200 Essen (Snacks) würden täglich ausgegeben. Duin hält es für erforderlich, zeitnah auch über den Bau einer Mensa zu entscheiden.
Stefan Bredehöft regte hingegen an, Kooperationen mit den umliegenden Schulen in Betracht zu ziehen. Dort seien noch Kapazitäten frei.
