Friesoythe - Kirsten und Mareike versuchen, eine Zeitschrift umzublättern und Geld aus dem Portemonnaie zu fischen. Eine leichte Aufgabe für die 15 und 16 Jahre alten Oberschülerinnen aus Böse, sollte man meinen. Nicht jedoch, wenn man dicke Skihandschuhe an den Händen trägt. Die Jugendlichen sollen auf diese Weise einen Eindruck gewinnen, wie es sich mit Einschränkungen bei der Handbewegung lebt.

Diese Übung ist nur eines von vielen praktischen Beispielen am Donnerstag bei den Berufsbildenden Schulen (BBS) Friesoythe. An den Standorten Thüler Straße und Scheefenkamp sind Schüler der Haupt-, Real- und Oberschulen aus den vier Nordkreisgemeinden eingeladen, sich ein Bild von den weiterführenden Angeboten in den verschiedenen Fachbereichen der Einrichtung zu machen. „Insgesamt 550 Schüler haben sich dafür angemeldet“, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Margrit Frerichs.

Neben Vorträgen der Lehrer sind es die BBS-Schüler selbst, die mit verschiedenen Praxisübungen ihre Ausbildung vorstellen. Jan-Niklas Burrichter betreut die Station „Einschränkung der Sehkraft“ und wirbt damit für die Berufsfachschule Hauswirtschaft und Pflege. „Es ist schön, wenn die anderen Schüler echtes Interesse an dem zeigen, was wir tun“, sagt der 17-Jährige.

Die anderen Fachbereiche laden ebenfalls zu Mitmachen ein. Bei den Elektrotechnikern basteln Veronika (14) und Laura (15) von der Hauptschule Barßel an kleinen Elektromotoren. Ob dieses Berufsfeld tatsächlich etwas für sie ist, da sind sich die beiden allerdings noch unsicher.

Klarer sind da schon die Vorstellungen des 15-jährigen Sipan. Während er in der Kfz-Werkstatt der BBS schon mal an ein paar Verkabelungen, arbeitet, erzählt er von seinem Wunsch, die Berufsfachschule Fahrzeugtechnik zu besuchen. „Mein Bruder macht das auch und ich helfe ihm oft, wenn er am Auto bastelt“, sagt der Schüler der Hauptschule Ramsloh. Sein Start in die Berufswelt soll daher in Friesoythe erfolgen.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)