BECKELN - Rund 40 ehemalige Schülerinnen und Schüler der Volksschule Beckeln im Zeitraum von 1944 bis 1954 fanden sich am Sonnabend in der Gaststätte Beneking zu einem neuerlichen Klassentreffen ein. Diese Geburtsjahrgänge von 1938 bis 1948 hatten dort alle mal eine Zeit lang zusammen die Schulbank gedrückt, denn die achtklassige Volksschule hatte nur zwei Unterrichtsräume, in denen jeweils vier Jahrgänge gemeinsam von einem Lehrer unterrichtet wurden.

„Wir haben vor drei Monaten rund 80 Einladungen herausgeschickt“, berichteten die Organisatorinnen Waltraud Müller, Brigitte Deepe und Gerda Müller. Sie zeigten sich mit der Resonanz zufrieden. Es sei bereits die fünfte Wiedersehensfeier nach der Schulentlassung, und immer wieder tauche mal ein neues Gesicht auf. So freuten sich alle, dass nach mehr als 50 Jahren die inzwischen in Bremen wohnende Roswitha Götte, geborene Grüttner, erstmals gekommen war.

Beim Schwelgen in Erinnerungen an alte Zeiten wurde hervorgehoben, dass die Kinder in Beckeln früher zuhause mit ihren Eltern und Großeltern nur „Platt“ sprachen. „Wir mussten in der Schule erst mühsam Hochdeutsch lernen“, berichtete Werner Deepe, der 1946 zusammen mit vielen Flüchtlingskindern eingeschult wurde. „Im Gegensatz zu den Einheimischen sprachen die Zugezogenen ein perfektes Hochdeutsch.“

Generell seien die Klassen damals mit meist weniger als zehn Kindern recht klein gewesen, berichtete Gerda Müller, die im Jahr 1950 ihren ersten Schultag hatte. Obwohl ein Lehrer für vier Klassen zuständig war, hatte er meist nur um die 25 Kinder im Raum sitzen.

Nur wenige Schüler seien damals nach der vierten Klasse zur Mittelschule in Twistringen gewechselt. „Wir blieben fast alle auf der Hauptschule, denn für die Mittelschule musste Schulgeld bezahlt werden. Und die Fahrten mit dem Bus dahin mussten auch von den Eltern finanziert werden“, erinnerte sich Gerda Müller.