Altenoythe - Das Thema „Inklusion“ ist zurzeit in aller Munde. Während der gemeinsame Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderungen anderswo noch diskutiert wird, ist das in Altenoythe teils schon gelebte Praxis. Die Achtklässler der Heinrich-von-Oytha-Hauptschule absolvieren für eine Woche ein Praktikum in der Werkstatt des Caritas-Vereins Altenoythe. „Es gibt dort jedes Jahr verschiedene Projekte zur Berufsorientierung“, erzählt Schulleiter Rasmus Braun. „Im Vordergrund steht aber die Begegnung mit Menschen mit Behinderungen“, so Braun.

Damit auch die Mitarbeiter der Caritas-Werkstatt den Schulalltag kennenlernen, hatte Sonja Schulz, Sozialpädagogin des Caritas Vereins, die Idee, einige Angestellte in die Schule zu schicken.

Drei Wochen lang kommen nun jeweils mittwochs vier Werkstattmitarbeiter für jeweils zwei Stunden in den Unterricht der Klasse 8c. Schulleiter Braun ist begeistert: „Die Schüler verhalten sich super. Sie sind sehr ruhig und zeigen viel Respekt.“ Vorteilhaft sei außerdem, dass die Klasse so schon frühzeitig Kontakte zu den Mitarbeitern der Caritas-Werkstatt knüpfe. „Im Frühjahr steht für die Schüler dann ihre Praktikumswoche an, dann kennt man sich schon“, so Braun.

Klassenlehrerin Maria Norrenbrock bespricht gerade im Religionsunterricht, wie in anderen Ländern Weihnachten gefeiert wird. „Über die Hälfte der Schüler hat Wurzeln in anderen Ländern, auch einige Gäste aus der Caritas-Werkstatt kommen aus dem Ausland. Da haben sie direkt ein gemeinsames Thema“, freut sich Maria Norrenbrock über die gute Zusammenarbeit. Unterstützt wird sie dabei von der Schulsozialpädagogin Kira Döpke.

In Kleingruppen recherchieren die Schüler mit den Caritas-Gästen im Internet. Anschließend sollen sie gemeinsam die Ergebnisse präsentieren. Matthias hat beispielsweise zusammen mit Gastschüler Viktor am Thema Weihnachten in Russland, gearbeitet. „An Weihnachten gibt es dort Mante zum Fest. Das ist ein traditionelles Gericht im Teigmantel mit Hackfleisch und Kartoffeln“, erzählt Viktor. Sein Kollege Sven konnte einigen Schülern sogar Nachhilfe in Geografie geben und zeigte auf einer Landkarte, wo Russland liegt. Dass sich die Schüler und ihre Gäste wirklich gut verstehen, wurde am Ende der Stunde deutlich: Die Klasse lud die Gäste zu ihrem Ausflug auf den Oldenburger Weihnachtsmarkt ein. Die Vier nahmen begeistert an.