Bösel - Jugendliche sollen bereits mit 16 Jahren den PKW-Führerschein machen dürfen, lautet ein Vorschlag des Niedersächsischen Fahrlehrerverbandes. Fahren dürfen Minderjährige dann nur in Begleitung eines Erwachsenen. Die aktuelle Regelung, den Führerschein mit 17 Jahren zu machen und in Begleitung eines Erwachsenen zu fahren, würde so erweitert.
Fahrlehrer Dirk Mammen von der Fahrschule Mammen in Bösel hält den Vorschlag für gut und richtig. „Als das Begleitete Fahren im Alter von 17 Jahren in Niedersachsen eingeführt wurde, waren viele Menschen gegen das Konzept. Trotzdem war es ein grandioser Erfolg.“ Die Fahranfänger würden von der Erfahrung der erwachsenen Begleiter extrem profitieren. Außerdem steige das Sicherheitsgefühl beim Fahren. Die Anzahl der Unfälle von Fahranfängern sei seit Einführung des Projektes gesunken. „Heute macht fast jeder mit 17 seinen Führerschein“, sagt Mammen.
Dass Jugendliche im Alter von 16 Jahren körperlich und geistig nicht reif genug sind, um als Fahrer am Straßenverkehr teilzunehmen, sieht Dirk Mammen nicht. „Im Gegenteil, die jungen Leute sind, gerade was die körperliche Eignung angeht, älteren Fahrern weit überlegen, weil zum Beispiel Reflexe schneller ablaufen“, erklärt der Fahrlehrer. Auch die geistige Eignung sei normalerweise gegeben.
„Das frühere Fahren kann sich sehr positiv auf die Entwicklung der Jugendlichen auswirken“, ist sich Mammen sicher. Je eher man die Leute an die Thematik heranführe, desto eher würden sie sich mit dem Stoff auseinandersetzen. „Außerdem müssen Fahranfänger früher Verantwortung übernehmen, wenn sie als Autofahrer am Straßenverkehr teilnehmen.“
Dirk Mammen begrüßt die Entwicklung, Jugendliche den Führerscheinerwerb früher zu ermöglichen. „Die Politiker sollen ruhig umdenken und die alten Gewohnheiten aufbrechen. Wenn es nicht funktioniert, kann man ja wieder zum Führerschein mit 17 Jahren zurückkehren“, sagt er.
Der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) teilt Mammens Begeisterung. Er befürwortet den Vorschlag des Fahrlehrerverbandes und will sich mit Experten dazu beraten (NWZ berichtete).
