Altenoythe - Es ist 13.30 Uhr. Vor der Essensausgabe in der Aula der Altenoyther Heinrich-von-Oytha-Schule herrscht dichtes Gedränge. Als Hauptgericht steht Spätzle mit Geschnetzeltem auf dem Speiseplan. Schnell gehen über 130 Mahlzeiten über den Tresen. Der zum Speisesaal umfunktionierte Klassenraum ist schon voll besetzt. Und auch an den Tischen, die provisorisch in der Pausenhalle aufgebaut sind, ist kaum noch Platz. Zudem ist es dort laut. Sehr laut. Denn direkt neben den Schülern, die dort eigentlich in Ruhe ihr Essen einnehmen wollen, stehen unter anderem Kickertische, an denen andere Schüler spielen. Andererseits stehen dort, wo jetzt Esstische sind, eigentlich Tischtennisplatten, an denen sich Schüler sonst austoben. Draußen regnet es, also halten sich alle Schüler in der Pausenhalle auf. Es ist eng.
Daher fordern Schulleitung, Schüler und Eltern der Ganztagsschule eine richtige Mensa. „Es herrscht dringender Handlungsbedarf“, sind sich Rektor Rasmus Braun und sein Stellvertreter Wilhelm Wewer im Gespräch mit der NWZ einig. Denn so, wie es jetzt sei, sollte es eigentlich nur eine Interimslösung sein.
Damit daraus aber keine Dauerlösung wird, haben der Elternrat und die Schülervertretung der Heinrich-von-Oytha-Schule eine Petition mit 600 Unterschriften beim Schulträger – die Stadt Friesoythe – abgegeben. Darin weisen sie auf einige Missstände hin. Die Kapazität der bestuhlten Mensa und die Essenausgabe seien zu klein, heißt es in dem Schreiben. Da Schüler gezwungen seien, in der Aula zu essen und somit Platz zum Spielen fehle, werde die Pausenhalle zweckentfremdet. Der Lärmpegel erreiche zudem Werte von bis zu 113 Dezibel, was der Lautstärke eines Düsenjets entspreche. Und so heißt es in der Petition weiter: „Aufgrund der langen Wartezeiten und des hohen Lärmpegels ist es vielen Schülern nicht möglich, ihre Mahlzeit in einer ruhigen und stressfreien Umgebung einzunehmen.“ Eine Erholung nach sechs Unterrichtsstunden und eine Konzentrationsphase auf die beiden noch anstehenden Unterrichtsstunden seien so nicht gegeben.
Aber nicht nur die provisorische Mensa sei ein Problem. Auch die Raumnot sei groß. Eine Oberschule habe eine höheren Raumbedarf, da differenzierte Maßnahmen durchgeführt werden müssten. Aufgrund der steigenden Schülerzahlen – derzeit sind des etwa 400 – werden die Klassenräume knapp. Unterrichtet wird im Moment sogar in Containern. „Das ist aber keine Lösung, auch keine vorübergehende“, heißt es in der Petition.
Das sieht auch das Schulleiterduo so. „Räumlich sind wir am Limit“, sagt Braun. Mit Blick auf die positive Entwicklung der Schülerzahlen, der Aufnahme von weiteren Flüchtlingskindern und Schülern, die im Rahmen der Inklusion die Schule besuchen werden, werde sich die Situation noch verschärfen, so der Schulleiter. „Wir stellen uns gerne dieser Situation. Aber hier ist auch der Schulträger gefragt“, sagt Braun. Die ideale Lösung sei für ihn und auch für die Eltern- und Schülervertreter der Bau eines zweigeschossigen Gebäudes, in dem unten die Mensa und im Obergeschoss Klassenräume eingerichtet werden könnten.
Doch das kostet viel Geld. Von rund zwei Millionen Euro ist die Rede. Geld, das die Stadt Friesoythe im Moment nicht hat. „Uns ist das Problem sehr wohl bekannt“, sagt Bürgermeister Sven Stratmann. Man arbeite derzeit auch an einer zweckmäßigen Lösung. Wie diese aussehen könnte, ließ er noch offen. Doch einen Neubau werde es in nächster Zeit aus Kostengründen nicht geben.
