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Geschichte Beim Zeus: Die Spiele mögen beginnen

Stephan Onnen

Oldenburg - Die Spiele mögen beginnen: Etwa 100 Schülerinnen und Schüler von Gymnasien in Oldenburg, Bremen und Westerstede kämpfen am Sonnabend, 20. August, als antike Athleten um den Siegeslorbeer. Während in Rio die 31. Olympischen Spiele der Neuzeit stattfinden, versetzen sich die Gymnasiasten zurück zum Ursprung des Sportereignisses – das städtische Sportgelände beim BTB an der Alexanderstraße 207 verwandelt sich in den heiligen Hain von Olympia auf der Halbinsel Peloponnes.

Als Stadtstaaten

Neun Studierende der Abteilung Alte Geschichte der Carl-von-Ossietzky-Universität haben den historischen Hintergrund der Olympischen Spiele des Jahres 67 erforscht und ein Konzept entwickelt, um gemeinsam mit Schulen das antike Ereignis nachzustellen. „Es geht darum, Geschichte erlebbar zu machen“, sagt Lehrbeauftragter Georg Müller. Gute Erfahrungen hat er damit bereits vor zwei Jahren gemacht, als Lehrer, Schüler und Studenten in Oldenburg den Triumphzug Caesars aus dem Jahr 46 v. Chr. nachempfanden.

Statt römischer Legionen werden diesmal die griechischen Olympioniken in Marsch gesetzt. Die fünf teilnehmenden Gymnasien vertreten jeweils einen griechischen Stadtstaat: Das Alte Gymnasium Oldenburg (AGO) stellt Sparta dar, das Gymnasium Eversten (GEO) setzt Kyrene in Szene, das Graf-Anton-Günther-Gymnasium hat sich Kroton ausgesucht, das Alte Gymnasium Bremen trägt die Farben Athens, und das Gymnasium aus der Rhododendron-Hochburg Westerstede hat sich, wen wundert’s, für Rhodos entschieden.

Beteiligt sind Schüler der sechsten bis zwölften Klassen. „Die Vorbereitungen wurden vor rund einem Jahr gestartet“, berichtet Georg Müller. Seit dem Ende der Sommerferien habe die „heiße Phase“ begonnen.

Die Teilnehmer – Müller rechnet neben den 100 Sportlern mit bis zu 200 Mitstreitern – sammeln sich am kommenden Sonnabend um 10 Uhr am Pferdemarkt und ziehen über den Heiligengeistwall und den Julius-Mosen-Platz zum Kulturzentrum PFL (Peterstraße 3), wo sich die teilnehmenden Schulen vorstellen.

Kein Bekleidungsverbot

Ab 12 Uhr messen sich die jungen Athleten auf dem BTB-Sportgelände in olympischen Disziplinen der Antike. Und die muten aus heutiger Sicht reichlich skurril an: Gelaufen wird nicht auf einem Rundkurs, sondern hin und her auf einer Pendelstrecke. Der Weitsprung wird aus dem Stand mit Schwunggewichten in den Händen ausgeführt. Die Staffel mutiert zum „Waffenlauf“ mit Schwertern und Schildern aus Kartonpappe, die als Staffelholz weitergereicht werden müssen. Gegen 15.15 Uhr ist ein Wagenrennen vorgesehen. Die Streitwagen sind zwar als Vierspänner konstruiert – allerdings bringen keine Pferde, sondern vier menschliche Zugkräfte den Wagenlenker ins Ziel. Georg Müller hat den Teams als Tipp nahegelegt, Bollerwagen umzufunktionieren, es gibt aber auch andere Ideen: Die GEO-Athleten ziehen einen Rollstuhlfahrer, die Konkurrenz aus Westerstede hat einen Fahrradanhänger umgebaut. Allein daran zeigt sich: „Der Spaß ist am wichtigsten“, betont Müller.

Das Spektrum bei den Olympischen Spielen war auch früher schon breit gefächert. Es ging den alten Griechen nicht nur um das körperliche Kräftemessen, sondern auch um die musische Begabung. So gibt es auch in Oldenburg Wettbewerbe für Sänger und Poeten, es werden Lieder gesungen und Gedichte rezitiert. Auch eine „Opfergabe“ zu Ehren des Gottes Zeus und das Verkünden des olympischen Eides werden nicht fehlen.

Nur mit einer Sache nehmen es die Olympioniken nicht so genau: dem Bekleidungsverbot. Ab den 95. Olympischen Spielen 400 v. Chr. waren nicht nur alle Athleten verpflichtet, nackt anzutreten, die Anordnung wurde auch auf die Trainer ausgeweitet. „An dieses Bekleidungsverbot halten wir uns selbstverständlich nicht“, schmunzelt Müller. Stattdessen sind die Schulen in einheitlichen Farben gekleidet.

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