Ramsloh - Die Welt wächst immer weiter zusammen. Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturkreisen treffen immer häufiger aufeinander, egal ob im Urlaub, auf der Arbeit oder bereits in der Schule.
Das merkt man auch am Laurentius-Siemer-Gymnasium (LSG) in Ramsloh. Derzeit besuchen vier ausländische Schüler aus Bolivien, Venezuela, China und Frankreich im Rahmen verschiedener längerfristiger Austauschprogramme die Schule.
Reinhard Dreker, Direktor des Gymnasiums, erklärt in einem Gespräch mit der NWZ, warum er es gut findet, internationale Gäste an seiner Schule zu begrüßen und was ein solcher Austausch den jungen Menschen bringt. Mitgebracht hat er Texte der Gastschüler, die ihre Eindrücke vom Leben in Deutschland schildern.
Blick über den Tellerrand
„Schüler, die für mehrere Monate oder sogar für ein ganzes Jahr nach Deutschland kommen, wagen den Blick über den Tellerrand“, sagt der Pädagoge. Die jungen Leute aus dem Ausland würden sich auf ein richtiges Abenteuer einlassen.
„Die Jugendlichen leben in Gastfamilien und nehmen während ihres Aufenthaltes am regulären Schulunterricht teil“, berichtet Dreker. Das sei nicht immer einfach, vor allem, wenn die ausländischen Schüler neu seien und es noch sprachliche Barrieren geben würde.
Aber genau darin sieht Dreker auch eine Chance für alle Beteiligten. „Die Gastschüler lernen die deutsche Sprache im täglichen Gebrauch, das funktioniert meist besser als im Unterricht.“ Darüber hinaus würden die deutschen Mitschüler sich bemühen, ihren Gästen die Sprache beizubringen und ihnen dabei helfen, sich im Schulleben zurechtzufinden. Das fördere den Erwerb sozialer Kompetenzen.
Abgesehen von den sprachlichen Kompetenzen würden die Jugendlichen aber vor allem lernen, sich mit anderen Menschen und anderen Kulturen zu beschäftigen und auch zu arrangieren. Das könne im späteren Berufsleben sehr hilfreich sein, wenn man zum Beispiel mit ausländischen Kollegen oder Geschäftspartnern zusammenarbeiten müsse.
Um die Verständigung mit den Gastschülern zu unterstützen, gibt es Fremdsprachenassistenten, die die Landesschulbehörde an Schulen entsendet. „Momentan haben wir mit Vaness David eine Fremdsprachenassistentin aus Frankreich am LSG“, sagt Dreker. Sie werde hauptsächlich eingesetzt, um Lehrer im Unterricht zu unterstützen und bleibt für ein Jahr.
Gute Erfahrungen
Reinhard Dreker hat nie längere Zeit im Ausland gelebt. Er hat aber gute Erfahrungen mit Ausländern gemacht. „In meiner Familie haben mehrere Fremdsprachenassistenten gelebt“, berichtet er. „Das war jedes Mal eine sehr bereichernde Erfahrung. Außerdem sind gute Freundschaften entstanden.“ Er habe die Assistenten, die bei ihm gelebt hatten, mit seiner Familie auch in deren Heimatländern besucht und so das Ausland kennen gelernt.
„Deshalb freue ich mich, dass sich in den vergangenen Jahren immer mehr Schüler dazu entschieden haben, ins Ausland zu gehen und freue mich über jeden Gast, der unser Schulleben mit seinem Besuch bereichert“, sagt der Schulleiter.
