BERLI - Für viele Arbeitnehmer ist Familienfreundlichkeit ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber. Solche Angebote seien für mehr als 90 Prozent der Beschäftigten mit Kindern mindestens so wichtig wie das Gehalt, teilt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit.

In vielen Betrieben hinkt das Bewusstsein dafür diesen Erwartungen aber noch hinterher: So sagten zum Beispiel 70 Prozent der jungen Väter, dass es nicht möglich sei, ihre Arbeitszeit zugunsten der Familie zu verringern.

Das Ministerium stellte jetzt den ersten Arbeitsbericht zum Unternehmensprogramm „Erfolgsfaktor Familie“ vor.

Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz gewinnt demnach in Deutschland aber auch aus Arbeitgebersicht an Bedeutung. So sind inzwischen 84 Prozent der Top-Manager der Ansicht, dass es der Gesamtwirtschaft nutzt, wenn Unternehmen familienfreundlicher sind. Drei Viertel der Firmen schätzen die Bedeutung von Familienfreundlichkeit für das eigene Unternehmen als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ ein, heißt es. 2003 teilte erst die Hälfte diese Einschätzung. 80 Prozent der Firmen halten das Elterngeld für eine gute Sache (2006: 60 Prozent).

Konkrete Maßnahmen, die zunehmend ergriffen werden, zielen oft u.a. auf flexible Arbeitszeiten und die Organisation von Betreuungsangeboten ab. Einige Firmen – im Nordwesten u.a. EWE (Oldenburg) und Beluga (Bremen) richten Kinderkrippen ein.

Informationen: Bundesfamilienministerium, Servicetelefon montags bis donnerstags von 9 Uhr bis 18 Uhr, 01801/90 70 50.

Internet: www.bmfsfj.de