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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Antrag: Sieben schlaue Tipps zum Bafög

17.09.2022

Berlin Bald beginnt an den Hochschulen das Wintersemester. Wer ein Studium beginnt oder fortsetzt, muss sich auch Gedanken um die Finanzierung machen. Wenn das Geld fürs Studieren zu knapp ist, kann es Hilfe vom Staat geben, das „Bafög“. „Auch wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob man gefördert werden kann, sollte man einfach mal einen Antrag stellen“, rät Ulrich Müller vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE).

Kreis erweitert

Die im Sommer 2022 in Kraft getretene 27. Bafög-Novelle erweitert den Kreis der Förderberechtigten. Das liegt zum einen an den höheren Freibeträgen beim Elterneinkommen. Pro Monat sind 2415 Euro des elterlichen Einkommens anrechnungsfrei, das sind 20,75 Prozent mehr als bislang. Zum anderen können Antragstellende ein höheres Vermögen haben und dennoch Bafög beziehen. Wer unter 30 ist, kann ein Vermögen von 15 000 Euro haben, ab 30 darf das Vermögen 45 000 Euro betragen.

Zudem hat der Gesetzgeber die Altersgrenze für einen Ausbildungsstart mit staatlicher Hilfe angehoben – und zwar von 30 auf 45 Jahre. Für Studierende steigt außerdem der Fördersatz von 427 auf 452 Euro im Monat. Wer nicht mehr bei den Eltern wohnt, bekommt 35 Euro mehr für die Miete – und zwar 360 Euro.

Damit bei der staatlichen Förderung alles so glatt wie möglich verläuft, lohnt es sich, die folgenden Tipps zu befolgen: Unbedingt www.bafoeg-digital.de nutzen. „Statt Kästchen wie im Papierantrag auszufüllen werden hier Fragen gestellt, was bei der bürokratischen Sprache hilfreich ist“, sagt Matthias Anbuhl, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks. Bisher musste man das Online-Formular noch ausdrucken und unterschreiben oder zur Authentifizierung die e-ID-Funktion des Personalausweises einsetzen. Zur schnellen Fristwahrung reicht ein formloser Antrag. Wer das Online-Antragsverfahren nutzt, bekommt dort alle Hilfe.. Es gibt auch eine kostenlose Bafög-Hotline: 0800 2236341 (montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr). Den Folgeantrag sollten Studierende so früh wie möglich stellen, damit die Förderung ohne Unterbrechung läuft. „Normalerweise wird bei der Bafög-Berechnung das Elterneinkommen aus dem vorletzten Kalenderjahr berücksichtigt“, sagt Ulrich Müller. Auslands-Bafög gibt es für maximal ein Jahr, bei einem Studium in der EU oder der Schweiz sogar für den kompletten Studiengang. Beim Auslands-Bafög werden bis zu 5600 Euro pro Jahr für Studiengebühren übernommen sowie Reisekosten. Wichtig: Antrag früh stellen, rät Ulrich Müller. Generell gilt: „Niemals das Inlands-Bafög ins Ausland nehmen“, sagt Matthias Anbuhl. Fürs Ausland sind andere Ämter zuständig. Bafög-Empfänger/innen können einen Nebenjob haben. Das monatliche Bafög wird nicht gekürzt, solange die Einkünfte monatlich bei maximal 520 Euro ab Oktober (zuvor 450 Euro pro Monat) liegen.

Im Bafög-Bewilligungszeitraum (zwölf Monate) darf man ab dem Wintersemester 2022/2023 insgesamt 6240 Euro im Jahr hinzuverdienen, wobei die Höhe des monatlichen Einkommens flexibel ist. Wer mehr verdient, muss mit Kürzungen rechnen. „Bei mehr als einem Minijob kommt es zu einer eigenen Krankenversicherungspflicht“, sagt Matthias Anbuhl.

Keine Panik vor der Rückzahlung: Mindestens die Hälfte des Bafög ist ohne Rückzahlungsverpflichtung. Der Darlehensanteil des Bafög ist zinslos. Maximal 10 010 Euro sind einkommensabhängig zurückzuzahlen. Spätestens nach 20 Jahren verfallen alle Rückzahlungsverpflichtungen.

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