BERLIN/BREMEN - Eine Vielzahl von Kursen steht zur Auswahl. Aber auch informelles Lernen bietet sich an.
Von Dirk Averesch
BERLIN/BREMEN - Lebenslanges Lernen – für manche klingt das eher nach Drohung als nach Chance. Fakt ist aber, dass sich niemand mehr auf den Lorbeeren seiner Ausbildung oder seines Studiums ausruhen kann.Was kann man tun? Zum Beispiel Bildungsurlaub machen. In fast allen Bundesländern (auch Niedersachsen) haben Arbeitnehmer das Recht auf bezahlte Freistellung dafür. Veranstalter und Seminare müssen vom Land anerkannt sein. „Ungefähr 30 Prozent der Arbeitnehmer kommen auch durch Tarifverträge und betriebliche Vereinbarungen auf einen Weiterbildungsanspruch jedweder Art“, sagt Mechthild Bayer aus der „Verdi“-Bundesverwaltung. Also: nachfragen!
Wer weder aus Tarifverträgen noch aus Betriebsvereinbarungen einen Anspruch auf Fortbildung ableiten kann, sollte trotzdem aktiv werden und selbst in seine berufliche Zukunft investieren. „Sie sind heute Beschäftigter in einem Betrieb und morgen vielleicht schon arbeitslos“, warnt Bayer. Wer sich frühzeitig weiterqualifiziert, steht dann besser da – oder sein Know-how verhindert eine Kündigung vielleicht sogar.
Selbst Arbeitnehmer, die glauben, in ihrem Fachgebiet auf der Höhe der Zeit zu sein, können sich noch weitere Standbeine schaffen – beispielsweise über das Lernen von Fremdsprachen, das Belegen von Rhetorik- oder Computer-Kursen sowie über die Verbesserung ihrer persönlichen und sozialen Kompetenz. „Wir bieten auch Soft-Skill-Seminare an“, sagt etwa Kerstin Heidecke vom Deutschen Volkshochschul-Verband in Berlin.
Bevor sich jemand für ein Fortbildungsangebot entscheidet, sollte er sich über Leistungsumfang, Zahlungsweise und Förderungsmöglichkeiten informieren, rät das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) in Bonn. Arbeitslose sollten bei der Arbeitsagentur nach Bildungsgutscheinen fragen. Arbeitnehmer können sich beispielsweise über die Personalabteilung um eine Teilfinanzierung durch ihren Arbeitgeber bemühen. Oft dürfen Seminare auch als Werbungskosten bei der Steuererklärung geltend gemacht werden
Weiterbildung funktioniert aber nicht nur in formellen Kursen, inzwischen wird die so genannte informelle Bildung – vom Lesen über das Surfen in Internet-Foren bis hin zum Schauen von Sachbeiträgen im Fernsehen – immer wichtiger, erklärt Prof. Klaus Schönmann von der International University Bremen. Informelles Wissen werde nirgendwo dokumentiert, dafür könne es aber in der Praxis gezeigt werden: „Wer beispielsweise seine Bewerbung als PDF per E-Mail verschickt, beweist gleich seine Computer-Kompetenz.“
