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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Recruiting: Karriere im Personalwesen

10.07.2021

Berlin /Leipzig Der Fachkräftemangel in vielen Branchen hat den Arbeitsmarkt zu einem Arbeitnehmermarkt gemacht. Wer als Arbeitgeber gute Fachkräfte finden, fördern und halten will, braucht eine starke Personalabteilung. Aber wie läuft die Karriere im Personalwesen eigentlich ab?

Meike Hesslings Weg in den Fachbereich Personalmanagement zeichnete sich schon früh ab. Nach dem Abitur machte sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau und lernte dabei auch die Personalentwicklung kennen: Sie konzipierte Schulungen, Mitarbeiterevents und -befragungen. Ihr war klar: Das ist ihre Sache, als Personalerin kann sie für die Mitarbeiter da sein.

Viele Wege möglich

Nach der Ausbildung studierte sie in Köln Wirtschaftspsychologie, und entschied sich nach dem Bachelor für ein Traineeship bei Sportfive, einen Unternehmen für Sportmarketing. Nun ist sie bald mit ihrem 18-monatigen Traineeship fertig, dann ist sie voll ausgebildete Personalerin und kann alle Aufgabenfelder – von vorbereitender Lohnbuchhaltung bis Personalentwicklung – bearbeiten.

In ihrem Arbeitsalltag kommt immer spontan etwas zu ihrer eigentlichen Planung hinzu: Mal braucht jemand ein Arbeitszeugnis, oder ein Vertrag muss neu aufgesetzt werden. Daneben kümmert sie sich um Befragungen der Beschäftigten, um neue oder ausscheidende Mitarbeiter oder sie koordiniert Termine für Fortbildungen. „Ich bin für unsere Mitarbeiter als Dienstleisterin da. Und am Ende des Tages hat man was anderes geschafft als geplant. Aber man hat etwas geschafft.“

Der Weg in den Beruf kann dabei so unterschiedlich aussehen wie die Aufgaben, die Personalexpertinnen und -experten später übernehmen. Das Personalwesen umfasst etwa Berufsbilder wie Personaler, HR-Managerin, HR Business Partner oder Lohnsachbearbeiterin.

Ausbildung machen

Einer von vielen Wegen in die Personalabteilung führt über die duale Berufsausbildung. Die dreijährige Ausbildung zur Personaldienstleistungskauffrau beispielsweise bereitet laut Agentur für Arbeit nicht nur auf den Einsatz in Personalabteilungen von Unternehmen vor, sondern auch in Personaldienstleistungsunternehmen.

Diese sind Teil der Zeitarbeitsbranche und suchen im Auftrag von Unternehmen passende Kandidaten und Kandidatinnen für offene Stellen.

„Mein Umfeld denkt oft, bei Personalarbeit geht es nur um Bewerbungen und Einstellungen, aber das muss nicht sein“, sagt Trainee Meike Hessling, die viel mehr für Personalentwicklung brennt.

Christoph Becker beschäftigt hingegen insbesondere das Recruiting. Mit seiner Frau Anne-Cathrin Becker hat er Fyltura gegründet. Das HR-Start-up aus Markkleeberg bei Leipzig bietet Persönlichkeitstests an, mit denen Firmen passende Bewerber und Bewerberinnen finden sollen. „Uns geht es keineswegs darum, Eigenarten auszusortieren, sondern für die Anforderungen einer Stelle die passendste Person zu finden“, sagt Christoph Becker: Jemand im Vertrieb muss kontaktfreudiger sein als Programmierer. Klar ist: Im Personalwesen kann man sich auch selbstständig machen!

In Betrieben gibt es zudem Aufstiegschancen, bis ganz nach oben. Immer mehr Unternehmen haben im Führungsgremium eine Kollegin oder einen Kollegen für den Bereich Personal. Ihre Bedeutung ist gewachsen.

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