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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Vielleicht Unternehmer werden?

08.12.2018

Berlin /Lüneburg 2017 sagten laut dem Institut für Mittelstandsforschung deutschlandweit 381 000 Menschen „Ja“ zur Selbstständigkeit. Das kleine Café in einer schnuckeligen Seitengasse oder das eigene Produkt im Supermarktregal – es sind Ziele und Träume wie diese, die Menschen dazu bewegen können, ein Unternehmen zu gründen. Jedoch: Erfolg will geplant sein. Dazu einige Tipps:
 Die Idee: Die Geschäftsidee, für die man brennt, ist das Herzstück des künftigen Unternehmens. Darüber sollte man reden. „Wenn man damit nur in seinem Kämmerlein bleibt, wird man oft betriebsblind“, sagt Lars Mölbitz, Gründungsberater bei der IHK Berlin. Also: die Sache beraten – auch mit Experten. Christine Benecke vom Gründungsnetzwerk Region Lüneburg berichtet: „Viele fragen ihren Freundeskreis, und die finden die Geschäftsidee toll. Aber sie sind nicht die Zielgruppe. Manchmal bin ich die Erste, die als Fremde auf die Idee schaut und fragt: Sind Sie sich sicher?“
 Beratung und Information: Eine Gründung ist immer individuell. Umso wichtiger ist es, sich gut auf die neue Aufgabe vorzubereiten. Helfen können dabei Beratungsstellen (etwa bei Kammern) oder Gründungsnetzwerke, die auch zu Genehmigungen, Zulassungen und Co. Rat geben können. „Ich glaube, es ist gut und hilfreich, sich einen Lotsen zu suchen, der einem durch die unbekannten Gewässer hilft“, sagt Carsten Wille vom Gründungsservice der Leuphana Universität Lüneburg. Lars Mölbitz von der IHK Berlin empfiehlt, etwa bei Messen oder während eines Praktikums Branchenkenntnisse zu sammeln. Auch kaufmännisches Wissen sei unerlässlich. Zudem braucht man innere Stärke, auch Geduld. Jens Lübbehusen aus Emstek („Malt Distillery“) etwa musste sich einige Jahre gedulden, bevor er seinen Whiskey verkaufen konnte.
Der Businessplan: Er bereitet vielen Gründern Bauchschmerzen und gehört doch dazu. Der Plan ist Grundlage für jede finanzielle Unterstützung, die Gründer beantragen wollen. „Aber er ist auch wichtig, um sich das erste Mal ganz intensiv mit der Geschäftsidee zu beschäftigen“, sagt Mölbitz. Im Businessplan werden alle Überlegungen, zum Beispiel zu den Zielen des Unternehmens, zur Konkurrenz oder zur Wirtschaftlichkeit, konkret zu Papier gebracht.
 Finanzierung: Mit verschiedenen Finanzierungsmodellen können Gründer die Kosten für den Start stemmen. Wer beispielsweise aus der Arbeitslosigkeit heraus gründet und Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, kann sich auf einen Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit bewerben. Kreditinstitute bieten Programme an, auch Länder und Bund.

Weitere Möglichkeit: mit einem Crowdfunding-Projekt die Onlinecommunity um Unterstützung bitten. Vor allem für besonders innovative Geschäftsmodelle kann auch ein sogenannter Business Angel als Privatinvestor interessant sein, der als Berater und Gesellschafter „einsteigt“.
 Gründen: Los geht’s, nun noch um letzte Formalien kümmern, die auf dem Weg in die Selbstständigkeit einzuhalten sind. Dazu können Zulassungen und Genehmigungen gehören, etwa von der Handwerkskammer oder Berufsverbänden. „Und man muss immer daran denken, das Gewerbe auch anzumelden“, sagt Lars Mölbitz.

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