BERLIN - Bei Geschäfts-essen kann es spät werden – und dann ist es nicht immer leicht, die anderen höflich zum Aufbrechen zu bewegen. Stillos sei es, demonstrativ auf die Uhr zu schauen, wenn Gäste länger bleiben als erwartet, sagt Horst Hanisch, Etikette-Trainer aus Bonn. Stattdessen könnten Gastgeber nach dem Motto „Wer lange fragt, gibt nicht wirklich gerne“ signalisieren, dass man aufbrechen sollte.
Dazu machen sie ein Angebot, dass andere eigentlich ablehnen müssen. Wurde etwa nach dem Essen schon ein Digestif serviert, fragen sie, ob ein Gast noch einen zweiten möchte. Die Höflichkeit verbiete es dann nämlich, dieses Angebot anzunehmen.
Als Wink mit dem Zaunpfahl eigne es sich auch, im Rückblick auf den gemeinsamen Abend eine Bilanz zu ziehen und auf ein mögliches nächstes Treffen zu verweisen – etwa so: „Es war sehr nett heute Abend, hoffentlich können wir uns bald wieder einmal in dieser Runde treffen.“
Springen die anderen dann immer noch nicht darauf an, sei es aber erlaubt, Klartext zu reden und zu erklären, dass man leider aufbrechen müsse, weil es am nächsten Tag früh losgehe. Um sich solche Situationen zu ersparen, helfe es, bei der Einladung vorher genau festzulegen, bis zu welcher Uhrzeit der Abend geplant ist.
