BERLIN - Das Institut DIW in Berlin rät Firmen: Personalpolitik muss die Trends berücksichtigen.

Von Rüdiger zu Klampen

und unseren Agenturen

Die Beschäftigung von Älteren nimmt seit Jahren zu, die der Jüngeren ab. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seinem neuen, am Mittwoch veröffentlichten Wochenbericht. Er zeichnet die Entwicklung zwischen 1996 und 2006 nach – mit einer deutlichen Strukturverschiebung hin zu den Älteren. „Die verbreitete Vorstellung, dass ein „Jugendwahn“ in der Arbeitswelt immer mehr um sich greift, entbehrt jeder Grundlage“, schreibt das DIW.

Den Berechnungen zu Folge nahm die Zahl der Erwerbstätigen unter 40 Jahren in den letzten Jahren spürbar ab: Von 18,7 Millionen im Jahr 1996 auf 16,6 Millionen 2006. Dagegen ist die Zahl der Erwerbstätigen über 50 deutlich und stetig gewachsen – von 8,1 Millionen 1998 auf 9,5 Millionen im vergangenen Jahr.

Gegenläufige Entwicklungen zwischen Älteren und Jüngeren zeigen sich laut DIW sowohl bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, den geringfügig Tätigen als auch bei den Beamten. Bei den Selbstständigen hat die Zahl der Älteren überdurchschnittlich zugenommen. Ebenfalls ist der auf ältere Arbeitnehmer entfallende Anteil am gesamten Arbeitsvolumen gestiegen.

Die Entwicklung führen die Wissenschaftler darauf zurück, „dass die geburtenstarken Jahrgänge der Nachkriegszeit auf ihren Arbeitsplätzen altern“. Hinzu komme, dass immer mehr besser qualifizierte Ältere – vor allem jene über 55 Jahren – länger im Erwerbsleben bleiben wollten. „Die Strukturverschiebung wird noch an Tempo gewinnen, wenn die meist gut ausgebildeten 40 bis 49-Jährigen, die zu Zeiten des Baby-Booms geboren sind, altern.“

Die gestiegene Erwerbsbeteiligung der Älteren rühre in starkem Maße daher, dass sich das Qualifikationsniveau in dieser Altersgruppe verbessert hat und Personen mit einem höheren Ausbildungsabschluss mehr dazu neigen, am Erwerbsleben teilzunehmen, als solche mit einer geringeren Qualifikation, erläutert der DIW-Experte Karl Brenke.

Der Anstieg des Qualifikationsniveaus sei Ausdruck der ab Mitte der 60er Jahre verstärkten Bildungsanstrengungen; die danach Ausgebildeten wachsen immer mehr in die älteren Jahrgänge der Erwerbstätigen hinein. „Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken, und die Zahl der jüngeren Erwerbspersonen wird weiter zurückgehen.“

Brenkes Rat: Unternehmen sollten sich mit einer vorausschauenden Personalpolitik auf diese Entwicklung einstellen.