Barßel - Lili Albin (14) und Francis Hüseman (13) gehen gerne zur Schule. Leistungsdruck und die Angst, „sitzen zu bleiben“, spüren sie nicht. Selbstbewusst beantworten sie an diesem Vormittag die Fragen der Schülervertretung am Schulzentrum Barßel. Die beiden Schüler der Evangelischen Schule Berlin-Zentrum sind auf Einladung des Vereins „Zukunft leben“ und des Projektes Peer-Leader aus Ostrhauderfehn von der Hauptstadt in den Norden gereist, um von ihren Erfahrungen an einer Modellschule zu berichten.

Er freue sich über den Besuch, begrüßt Werner Sandmann, Schulleiter der Hauptschule, gemeinsam mit Realschulrektor Bernhard Schaal die Gäste aus Berlin. Der Besuch sei eine gute Gelegenheit, um Ideen und Anregungen für die Arbeit der künftigen Integrierten Gesamtschule (IGS) zu bekommen.

Die Evangelische Schule Berlin-Zentrum sei eine Gemeinschaftsschule in freier Trägerschaft, erzählen die beiden Achtklässler. Im Gegensatz zu anderen Schulen gibt es keinen Frontalunterricht, sagen die Gäste aus Berlin. Sichtlich beeindruckt und interessiert zeigen sich die Barßeler Schüler.

Auf dem Stundenplan ständen zwar Fächer wie Deutsch, Mathe, Englisch sowie Natur und Gesellschaft. Doch wann sie diese belegen, bleibe ihnen überlassen. Die Klassenstufen sieben bis neun werden jahrgangsübergreifend im Klassenverband oder in Lerngruppen unterrichtet.

Vorher habe er eine staatliche Schule besucht, berichtet Francis Hüseman. Er habe sich danach bewusst für diese Schulform entschieden, weil dort jeder nach seinem eigenen Tempo arbeiten könne. „Man hat nicht so den Leistungsdruck und man kann selbst entscheiden, wie schnell man an einem Thema arbeiten möchte“, beschreibt der Berliner das selbstständige Lernen. Die Themenblöcke seien jeweils 90 Minuten lang.

Projekte wie „Herausforderung“ und „Verantwortung“ prägen das Schulleben. Hier engagieren sich die Schüler in sozialen Einrichtungen oder suchen jeweils drei Wochen in den Jahrgängen acht bis zehn eine persönliche Herausforderung, die sie meistern müssen.