BERNE - Das Thema „Baumängel der Berner Comenius-Schule“ ist fast so alt wie die 2003 eingeweihte Schule. Nachdem real existierende und vermeintliche Bau- und Gewährleistungsmängel noch im Kommunalwahlkampf 2006 für Furore sorgten – auch das Gerücht vom Pfusch am Bau machte schon die Runde –, hat sich die Lage etwas beruhigt. Allerdings sind die bei verschiedenen Begehungen festgehaltenen Mängel (z.B. Risse in der Wandverkleidung, Schimmelbildung an Dachplatten und undichte Fenster im Forum) noch immer nicht vollends beseitigt worden. Ebenso ungeklärt ist weiter die Frage, ob es sich um Bau- oder um Gewährleistungsmängel handelt.
Licht ins Dunkel könnte ein in der Zwischenzeit vom Bad Zwischenahner Architekturbüro Harms & Hecht erstelltes Gutachten bringen. Das im Auftrag des Gemeinderates erstellte, wohl sehr umfangreiche Werk wird zurzeit ausgewertet. Auch das seinerzeit mit der Bauleitung betraute Hannoveraner Büro PGS Architektur & Stadtplanung sowie der aus Berne stammende Architekt Diedrich Ellßel (er hat sich von PGS getrennt) dürften sich in diesen Tagen mit dem Gutachten befassen.
Sorgen, dass die Gemeinde Berne irgendwann einmal mit einer Schule dastehen könnte, deren Mängel sie auf eigene Kosten beseitigen muss, hat Kornelia Mosch, Geschäftsführerin der gemeindeeigenen Stedinger Gesellschaft (SG), nicht: „Die Gewährleistungsfristen laufen bis 2008, teilweise auch noch länger. Da muss keiner nervös werden.“
Ebenso wenig dürften die personellen Veränderungen bei PGS (Mosch: „Die müssen sich kümmern.“) sowie die anstehende Rückführung der SG in Gemeindebesitz negative Folgen für Berne haben. „Festgestellte Mängel müssen auf Kosten der Baufirmen beseitigt werden“, stellt Mosch klar.
Im Nachhinein bedauert sie, dass man die Bauleitung bei der Comenius-Schule nach Hannover vergeben habe: „Oft fehlte uns ein direkter Ansprechpartner vor Ort.“ Mehrmals habe man den Architekten erst auffordern müssen, damit dieser nach Berne kommt. Bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung sei ein solches Konstrukt wenig praktikabel.
Dass die Gemeinde gelernt hat, zeigt der Neubau in Ganspe. Hier kümmert sich Bauamtsleiter Bernd Geers tagtäglich um den Baufortschritt.
