Augustfehn - Es ist dunkel im Klassenraum, die Schülerinnen und Schüler sitzen gespannt auf ihren Stühlen, niemand sagt einen Pieps. Plötzlich leise Musik, die schnell lauter wird. Als nächstes wird ein Video an die Leinwand projiziert. Es zeigt Tammo, Philipp und Benjamin in mehreren Arbeitsschritten. Sie erklären, wie es zu den Ideen für ihre Zeitung kam. Sie stellen den Verlauf und die Gefühle während des Schulprojekts dar und nehmen sich dabei selbst nicht ganz ernst.
Mit dieser Strategie stiegen die drei Schüler aus der R8a der Oberschule Augustfehn in die Vorstellung ihrer Schülerzeitung ein. Insgesamt sechs Wochen haben sich je drei Schülerinnen und Schüler in einer Gruppe zusammengeschlossen, um eine eigene Zeitung – angelehnt an die NWZ – zu entwickeln. Acht DIN-A4-Seiten wurden beschriftet. Aber nicht bloß das Schreiben von Berichten lag in der Hand der Achtklässler. Sie überlegten sich außerdem ein Layout, fügten Bilder in das Blatt ein und schrieben Kommentare zu wichtigen Themen. Die meist handschriftlich erstellten Exemplare konnten sich sehen lassen. Politische Themen, z. B. die atomaren Drohungen des asiatischen Landes Nordkorea, wurden genauso behandelt wie das Fußballspiel Borussia Dortmund gegen FC Malaga, oder lokale Aper Inhalte. Und auf der Schlussseite trugen Horoskope und Kreuzworträtsel zur entspannten Abwechslung bei.
„Durch dieses Projekt lernen die Schüler Kompetenzen wie Teamarbeit, Konzentration und Arbeitsteilung. Ein Projekt benoten oder eine Arbeit schreiben, welche Lösung sinnvoller ist, darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren“, sagte Lehrer Ingo Zach. Zwei Wochen lang haben die Mädchen und Jungen jeden Tag die NWZ bekommen. Im Schnitt 10 bis 15 Stunden arbeiteten die Schüler an der Zeitung. Sogar das NWZ -Druckhaus in Oldenburg besuchten sie.
„Wir wollten eine Zeitung machen, die für alle Leser interessant ist. Deshalb haben wir viele Themen mit aufgenommen. Vor allem ist es wichtig, große Bilder zu nehmen, um dem Leser den Artikel schmackhaft zu machen“, erklärte Benjamin.
Deutsch, Wirtschaft und Politik – Die Schüler bekommen drei Noten für die Arbeit. Damit wird der Stellenwert dieses Projekts deutlich. Das Layout war den meisten Schülern sehr wichtig. Sie entwarfen eigene Logos, klebten Werbeanzeigen an die Seitenränder und dachten sich kreative Namen für ihr Informationsblatt aus, u. a. „Like a News“ oder „der Ammerland-Brüller“. Wir würden so etwas gerne wiedermachen“, fasste Lea die Arbeit ihrer Gruppe (Stella, Mareike, Laura) zusammen. „Wenn man Texte selber geschrieben hat, ist man stolz darauf.“
Knapp die Hälfte der Klasse war sogar so angetan, dass sie im zukünftigen Berufsleben eventuell im Bereich Medien arbeiten will.
