Bethen - Es klingelt zur Pause und eine Gruppe von Viertklässlern stürmt nicht wie die anderen Schülerinnen und Schüler auf den Pausenhof, sondern geht zielstrebig in die Kooperationsklasse der Antonius-von-Padua-Grundschule Bethen. Dort werden sie freudestrahlend von Erstklässlern des St. Vincenzhauses empfangen und auch auf den Gesichtern der Viertklässler macht sich ein strahlendes Lächeln breit. Sie freuen sich sichtlich, mit ihren „Patenkindern“ spielen zu können.
Vor gut einem halben Jahr wurden sieben Erstklässler des St. Vincenzhauses gemeinsam mit den Bether Grundschülern eingeschult. Viele Viertklässler hatten sich als Paten gemeldet, so dass jedem Schüler der Kooperationsklasse zwei Paten zur Seite stehen. Sie kommen zum Spielen in die Gruppe, holen sie vom Bus ab oder spielen auf dem Pausenhof. „Die Kooperation mit der Grundschule Bethen ist ein absoluter Glücksfall. Wir wurden hier von Anfang an mit offenen Armen aufgenommen. Die Zusammenarbeit klappt völlig problemlos“, freut sich Johannes Meyer, Schulleiter des St. Vincenzhauses. „Auch Kerstin Götting, Schulleiterin der Grundschule Bethen, empfindet die Kooperation als „absoluten Glücksfall für alle“. „Für mich war es von Anfang an eine Herzensangelegenheit. Und ich freue mich jedes Mal, wenn ich sehe, wie großartig die Schüler miteinander umgehen. Auch unsere Schüler profitieren im Bereich soziale Kompetenz und Toleranz sehr von dieser Zusammenarbeit.“
Die sieben Erstklässler mit Förderbedarf im Bereich geistiger Entwicklung werden seit Beginn dieses Schuljahres im umgebauten Dachgeschoss von der Klassenlehrerin Andrea Overmeyer unterrichtet. Unterstützt wird sie von der Erzieherin Martina Kathmann sowie der Heilerziehungspflegerin Maria Kollmer und der Schulassistentin Anke Meyer. Die Schüler erhalten dort die gleiche intensive Betreuung und Förderung durch verschiedene externe Therapeuten wie im St. Vincenzhaus. Gemeinsam mit den übrigen Erstklässlern besuchen die Schüler der Kooperationsklasse regelmäßig den Sportunterricht und nehmen nach Absprache auch am Musikunterricht teil. Bei Schulfesten, Aufführungen und in den Pausen sind sie inzwischen ein fester und von allen akzeptierter Bestandteil der Schulgemeinschaft. „Die Kinder lernen so viel voneinander und machen hier große Fortschritte im Sozialverhalten und in der Kommunikation und lernen hier im alltäglichen Umgang, dass es ganz normal ist, unterschiedlich zu sein“, freut sich Elternvertreterin Katharina Paschertz, deren Kinder sowohl die Grundschule als auch die Kooperationsklasse besuchen.
Johannes Meyer hofft, dass weitere Grundschulen dem Bether Beispiel folgen, damit auch in den kommenden Jahren Erstklässler des St. Vincenzhauses die Möglichkeit haben, eine Kooperationsklasse zu besuchen. Mit einer Cloppenburger Grundschule werden bereits intensive Gespräche geführt.
