Ganderkesee/Landkreis - Die Schulkinder-Ferienbetreuung im Landkreis Oldenburg hat sich ganz offensichtlich zu einem Selbstläufer entwickelt. „Wir sind knallvoll“, beschreibt Katja Weßels die derzeitige Auslastung. Etwa 150 sechs- bis zwölfjährige Kinder aus dem Landkreis seien in diesen Sommerferien dabei, die meisten (etwa 80) malen, basteln, toben, essen und spielen im Ganderkeseer Jugendzentrum Trend, andere in Sandkrug und Großenkneten.
Das Betreuungsangebot war 2002 eingeführt worden, damals noch begrenzt auf Kinder von Sozialhilfeempfängern (denen dadurch die Teilnahme an Maßnahmen zur Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht werden sollte). Mittlerweile können alle Kinder teilnehmen. Wegen der großen Nachfrage in diesem Sommer habe man in den ersten beiden Ferienwochen erstmals das Rethorner Treff als Standort einbezogen, berichtet Katja Weßels, die die Ferienbetreuung in Zusammenarbeit mit der Viasol gGmbH organisiert.
Im Jugendzentrum Trend seien es pro Tag bis zu 25 Kinder, die hier ihre Ferien verbringen, erläutert Thea Havemann, Leiterin der Ferienbetreuung und von Beginn des Angebots an dabei. „Sehr viele Schulanfänger“ seien diesmal darunter – was wohl daran liege, dass die Abc-Schützen in diesem Jahr durch den geänderten Einschulungstermin auf sieben Wochen Ferien kommen.
Toben, so sagt Thea Havemann, sei natürlich erlaubt. Aber: „Es gibt feste Regeln“, und an die müssten sich alle halten. So gelte es, sich als Gäste im Trend auch wie Gäste zu benehmen. Und: Das Gelände dürfe nicht verlassen werden.
Was der Betreuerin auffällt: Brettspiele „sind der ganz große Renner“. Beim Monopoly seien die Scheine vom vielen Gebrauch schon durchsichtig gewesen, mittlerweile habe man das dritte Spiel angeschafft. Auch an den Papp-Häusern von „Hotel“ habe der viele Gebrauch seine Spuren hinterlassen, die Karten von Uno seien „zerspielt.“ Teilweise würden die Kinder die Spiele im Trend erst kennen lernen.
Breiten Raum würden auch Bewegungsspiele und Kreativangebote einnehmen. Darüber hinaus stünden einzelne Ausflugsfahrten auf dem Programm.
Ob denn die Kinder heute anders sind als vor zehn Jahren? Thea Havemann nickte. Einige Kinder seien unruhiger, könnten sich nicht mehr so lange konzentrieren. Und: Viele seien „medienbehaftet“. Vor ein paar Jahren hätten neun- bis elfjährige Kinder sich von „Biene Maja“ erzählt, heute „wissen sie auch über Frauentausch Bescheid“.
