Brake - „Das war ein toller Einstieg in das Thema. Ich habe selten Geschichte so hautnah erlebt“, zieht Gerd Steinbacher vom Gymnasium Brake ein positives Fazit. Mit dem Geschichtskurs des 12. Jahrgangs machte sich der Geschichtslehrer in Berlin drei Tage lang auf die Suche nach Erinnerungskulturen.
„In der kurzen Zeit haben wir elf verschiedene Erinnerungsstätten in Berlin und Umland besucht. Das war ein straffes Programm“, berichtet Steinbacher. Auch seine Schüler waren von der Fahrt begeistert. „Es war eine anstrengende, aber auch sehr informative Zeit. Es war manchmal schwer, die vielen verschiedenen Einblicke zu verarbeiten“, blickt Lale deBoer auf die drei Tage in Berlin zurück.
Unter dem Thema Erinnerungskultur wird in diesem Halbjahr auch der Geschichtsunterricht der 12. Klasse stehen. Im Unterricht wurden bereits erste Erlebnisse der Exkursion aufgearbeitet, und sie werden auch in den bald anstehenden Klausuren eine wichtige Rolle spielen. „In den Abiturprüfungen werden die Schüler zu diesem Thema und ihren Erfahrungen Stellung beziehen müssen“, verrät Steinbacher.
Die Idee zu der Exkursion entstand in Zusammenarbeit mit dem Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“. In mehreren Treffen wurde ein individueller Rahmenplan aufgestellt. Reinhard Egge vom Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ stellte für die Schüler auch den Kontakt zur Bundeswehr her, so dass die Gruppe in Beelitz im Feldwebelwohnheim kostengünstig unterkommen konnte.
Besonders der Besuch in der Stadt Treuenbrietzen war ein bewegendes Erlebnis für die Schulklasse. Auf 100 Meter verteilt reihten sich sechs verschiedene Gedenkstätten direkt aneinander. Als einen wahren Schmelztiegel der Erinnerungen, in dem sich mehrere Linien der Geschichte treffen, beschreibt Gerd Steinbacher die gesammelten Eindrücke aus der 40 Kilometer südlich von Potsdam gelegenen Kleinstadt.
Als Abschluss nahm die Schulklasse an der zentralen Gedenkstunde des Deutschen Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus teil. „Es war schön, zu sehen, wie sich die Leute heute noch mit dem Thema auseinandersetzen und den Opfern die Ehre erweisen“, erinnert sich deBoer. Auch Steinbacher sprach von einem eindrucksvollen Erlebnis, das ihn sichtlich berührt habe. Neben der Rede des Bundestagspräsidenten Dr. Norbert Lammert regte vor allem die Geschichte der Zeitzeugin Inge Deutschkron die Gruppe zum Nachdenken an.
