Westerstede - Proteste, Jubel, Aktionen: Viel getan hat sich in den zurückliegenden zwölf Monaten in Westerstede.
Mit langem Atem kämpften Eltern, Lehrer und weitere Befürworter um den Erhalt der Hössengrundschule und gingen sogar auf die Straße. Demonstrationen und Schreiben nutzten am Ende nichts. Die Mehrheit im Westersteder Stadtrat beschloss die Auflösung der traditionsreichen Einrichtung.
Mit großer Freude wurde dagegen die Nachricht von einer besonderen Auszeichnung in der Robert-Dannemann-Schule aufgenommen. Diese jetzt als Oberschule geführte Bildungseinrichtung erhielt eine Ehrenurkunde als „besonders engagierte Schule im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschften und Technik“, kurz „MINT“ genannt. Damit wurde das besondere Profil der Schule, das sich durch Praxisnähe auszeichnet, gewürdigt.
Ganz vorn dabei ist die Stadt Westerstede auch beim Landes-Wettbewerb „Ab in die Mitte“ und überzeugte die Jury gleich bei der ersten Teilnahme mit dem Marketing-Konzept „Kernig für alle“. Dafür gab es eine Förderung in Höhe von 24 000 Euro.
Eine Zukunft als gastronomischer Betrieb hat das älteste Haus der Stadtgemeinde, die Krömerei, und das nebenstehende fast ebenso alte „Lütje Hus“. Im Auftrag des neuen Besitzers, Bruno Steinhoff, wurde das historische Gebäudeensemble einer umfangreichen Schönheits- und Verjüngungskur unterzogen und damit vor dem Verfall bewahrt.
Geschäftsmann Steinhoff will darüber hinaus seine weltweiten Kontakte nutzen, um als Botschafter von Westerstede zum positiven Image der Ammerländer Kreisstadt beizutragen. Er wurde für weitere drei Jahre im Amt bestätigt, ebenso Klaus Berster, der sich für das Thema Sport stark macht. Als „dritter Mann“ ist Dr. Michael Wuttke, Hauptgeschäftsführer der Ammerland-Klinik, jetzt mit von der Partie und wird sich um den Bereich Gesundheit kümmern.
Dass Westerstede ein Sprungbrett in die Welt ist, zeigte einmal mehr ein ungewöhnlicher Start auf dem Flugplatz Felde. Hier hob eine einmotorige Sportmaschine ab, um sich auf den Weg ins weit entfernte Ghana zu machen. Gesteuert wurde die Ruschmeyer R-90 von dem Bad Zwischenahner Jörg Bohn. Mit seinem Flug wollte er ein humanitäres Hilfsprojekt unterstützen. In dem afrikanischen Land besuchte er eine Ausbildungs- und Schulungsstätte für junge afrikanische Frauen, die flugtechnische Berufe erlernen und selbst Maschinen zusammenbauen. Beim Hinweg wurde Bohn vom Ghanesen George Manu begleitet, beim Rückweg von Co-Pilot Jan Wuppermann aus Oldenburg. Mit Blumensträußen und großem Jubel bereiteten die Westersteder den beiden Piloten einen herzlichen Empfang .
Aber auch vor Ort in Westerstede hat sich etwas getan. Von vielen Bürgern als wichtige Anlaufstelle empfunden wird das Anfang des Jahres in Betrieb genommene Seniorenservicebüro. Diplom Gerontologin Anna Pfeiffer konnte schon von ersten guten Erfahrungen und einem gefüllten Terminkalender berichten. Unterstützt wird ihre Arbeit unter anderem von ehrenamtlichen Wohnberatern und Seniorenbegleitern.
