Ahlhorn - Mit acht Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung hat der Großenkneter Schul- und Sportausschuss empfohlen, der Oberschule Ahlhorn den Namen „Graf-von-Zeppelin-Schule“ zu geben. Dazu muss nun aber das Einvernehmen der Schule eingeholt werden. Die Schule möchte hingegen nach der Umwandlung von der Haupt- und Realschule in eine Oberschule nur noch „Oberschule Ahlhorn“ heißen (die NWZ berichtete).
Es habe zu dieser beantragten Bezeichnung einen Auswahlprozess gegeben, so Schulleiter Josef Kubiak, an dem „viele beteiligt waren“. Kubiak machte im Schulausschuss deutlich, dass die „Graf-von-Zeppelin-Schule in der alten Form“ nicht mehr existiere. „Die Oberschule Ahlhorn ist eine neue Schule mit einem ganz neuen Konzept.“ Außerdem habe Graf von Zeppelin, „ein General aus dem Militärwesen“, überhaupt keinen Bezug zur Schule in Ahlhorn. Mit dem General von Zeppelin könne sich niemand identifizieren.
Dass die Entwicklung Ahlhorns eng verbunden sei mit der Gründung des Luftschiffhafens, sei richtig. Kubiak möchte aber den Grafen aus dem Namen eliminieren. Als Kompromiss könne sich die Schule durchaus den Namen „Zeppelin-Oberschule“ vorstellen, überraschte Kubiak den Ausschuss.
„Eine sehr schwierige Ausgangssituation“, meinte CDU-Fraktionschefin Astrid Grotelüschen. Die CDU möchte, dass der alte Name auch der neue Name wird, wie es auch die Gemeindeverwaltung favorisiert.
Man habe sich seinerzeit ganz bewusst für den Namen Graf-von-Zeppelin-Schule entschieden. „Eine Person liegt einem näher als ein Gegenstand“, meinte Grotelüschen zu dem Kompromissvorschlag „Zeppelin-Oberschule“. Der Name Graf-von-Zeppelin-Schule existiere seit 16 Jahren. „Dieser Name hat was“, meinte Grotelüschen. Der Name „Oberschule“ sei nur beliebig. Der Name Graf-von-Zeppelin-Schule zeige hingegen, dass Ahlhorn etwas Besonderes habe – „die Menschen, die Geschichte“.
„Seit 16 Jahren fahren wir mit dem Namen nicht schlecht“, meinte Heinz Siemer (FDP). Nur der Name „Oberschule“ sei nichtssagend, fand auch Thorsten Schmidtke (SPD).
Ihm sei der Name nie negativ aufgefallen, betonte Henrik Abeln (Unabhängige), der selbst Schüler der Graf-von-Zeppelin-Schule war.
„Warum so ein militanter Mensch der Schule einen Namen geben soll“, ist für Grundschullehrerin und Ausschussmitglied Magrit Janßen aus Huntlosen hingegen „nicht nachvollziehbar“.
Uwe Behrens (Kommunale Alternative) fragte sich, wie denn das Einvernehmen herzustellen sei, wenn dieser Name von der Schule nicht gewünscht sei. Er forderte Vertagung, kam damit aber nicht durch.
Astrid Grotelüschen appellierte an die Schule, noch einmal darüber nachzudenken. Dazu ist jetzt Gelegenheit. Die Zeit dränge nicht, meinte Erster Gemeinderat Klaus Bigalke. Er hatte den Standpunkt der Verwaltung deutlich gemacht. Der Name sei seit vielen Jahren anerkannt. Man habe auch keine Anhaltspunkte, warum er negativ besetzt sein solle, meinte Bigalke. Dies hatte die Schule auch als Argument für den neuen Namen ins Feld geführt.
