Die Schulaktion
"denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule" der Deutschen Stiftung Denkmalschutz will die Öffentlichkeit für die Themen Denkmalschutz und Kulturerbe sensibilisieren. Im Rahmen von „denkmal aktiv“ engagiert sich eine Arbeitsgemeinschaft von 28 Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 bis 8 des Gymnasiums Liebfrauenschule Cloppenburg gemeinsam mit ihren Lehrern Klaus Kokenge und Lothar Siewe für Bauerngärten als Kulturdenkmäler der Region.Außerdem sollen Berührungsängste zwischen den verschiedenen Schulformen abgebaut werden. Das Projekt läuft über ein Jahr.
Cloppenburg/km
– Auf den Spuren ihrer Vorfahren wandeln für ein Jahr 75 Schülerinnen und Schüler der Cloppenburger Marienschule (Haupt- und Realschule) sowie der Liebfrauenschule (Gymnasium), die an der bundesweiten Schulaktion „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz teilnehmen. Hierbei wollen sie sich speziell mit der von Menschen gestalteten Kultur-Landschaft des Oldenburger Münsterlandes in Vergangenheit und Gegenwart befassen. Zum Auftakt ließen sich die Schüler von Pädagogen des Museumsdorfes in vergangene Zeiten entführen, um mehr über Arbeit und Leben der Menschen damals zu erfahren.In gemischten Kleingruppen erläuterte Museumspädagogin Ursula Moormann die Entwicklung des ländlichen Gartens im 19. und 20. Jahrhundert. Die Schüler lernten, dass der ursprüngliche Garten stets ein Nutzgarten war, der einzig der Ernährung der Menschen und nur in Ausnahmefällen – wie etwa bei den wohlhabenden Eigentümern der Wehlburg – als Ziergarten diente. In diesen Fällen sollten Blumen, Obstbäume, eine Grotte oder eine Laube den Reichtum des Gartenbesitzers zur Schau stellen. Auch das Aussehen der Gemüsesorten habe sich verändert, erklärte Moormann. Spitznamen wie beispielsweise „Oldenburger Palme“ für den Grünkohl rührten von dessen Erscheinungsbild vor 100 Jahren her.
Von Ludger Brokamp erfuhren die Schüler Wissenswertes über das „Heuerlingswesen“ und die armseligen Verhältnisse, unter denen Kinder und Jugendliche noch im 19. Jahrhundert in der Region leben mussten. Bei windigem und regnerischem Novemberwetter konnten sich die Schüler ausmalen, wie die Kälte in den Häusern des Museumsdorfes den damaligen Menschen, die oft hungern mussten und auf Grund der schlechten hygienischen Bedingungen eine Lebenserwartung von lediglich 30 Jahren hatten, zusetzte. Auch der Schulbesuch sei – anders als heute – nur außerhalb der Erntezeit in den Wintermonaten und nach der Bewältigung langer Fußmärsche möglich gewesen, erzählte Brokamp.
Bei einer dritten Führung ging es um historische Handwerksberufe und -instrumente. Monika Malinowski führte die Schüler in die Arbeitswelt des Müllers ein. Anhand der Kappenwindmühle („Holländer Galeriemühle“) erläuterte sie die Bau- und Funktionsweise einer Mühle. Dabei erfuhren die Schüler, dass man vor 150 Jahren zum Schmieren auf tierische Fette, zum Beispiel das ausgelassene Fett von Hunden, zurückgreifen musste. In der Blaudruckerei brachte Malinowski den Schülern den großen Aufwand des früheren Stoffefärbens näher.
Ziel des Projektes sind die Entwicklung von mehr Verständnis für den Denkmalschutz und der Abbau von Berührungsängsten zwischen den verschiedenen Schulformen, erläuterten die beteiligten Lehrer Elfriede Varelmann, Klaus Kokenge, Jürgen Müller, Lothar Siewe und Benno Timmen.
