NWZ
berichtete).Während Bürgermeister Dr. Arno Schilling vehement für die Erstellung eines Konzeptes bis zum 30. April 2012 und einen Start zum Schuljahr 2013/2014 stritt (und die Politik einstimmig folgte), versuchten die Leiter der Hauptschule, Reinhard Lobmeyer, und der Realschule, Renate August, die Ratsmitglieder von der Notwendigkeit eines langsameren Prozesses zu überzeugen. Beide wollen die Oberschule, allerdings erst ein Jahr später. Entscheiden wird der Gemeinderat am 21. Juni über den Fahrplan.
„Große Vorbehalte“
Lobmeyer verwies auf die „großen Vorbehalte“ in den Kollegien: Zusammengenommen sei mindestens ein Drittel (noch) nicht von der neuen Schulform überzeugt. Und diese Kollegen zu überzeugen, um gemeinsam ein vernünftiges Konzept zu erstellen, bedürfe mehr Zeit. Das verfing bei den Ratspolitikern aber ebenso wenig wie Verweise auf derzeit laufende Programme zur Schulentwicklung. Anders als bei bereits länger zusammengefassten Haupt- und Realschulen stehe man in Bad Zwischenahn am Anfang einer „gemeinsamen Existenz“, konterte Renate August Hinweise auf die schnelleren Prozesse in Nachbarkommunen.
Hauptkritikpunkt der Politik: Die sozialpädagogische Fachkraft, die derzeit 19,5 Stunden für die 290 Schüler der Hauptschule tätig ist, wird mit derselben Stundenzahl für künftig bis zu 880 Schüler zuständig sein. Beantragt werden soll eine Oberschule als teilgebundene Ganztagsschule mit verpflichtendem Unterricht an zwei Nachmittagen.
Unterstützung kommt auch aus der Elternschaft. Der Gemeindeelternrat hat einstimmig beschlossen, „den Weg zur Oberschule zu unterstützen“, teilte Karin Söker-Hollwege mit – unter Vorbehalt, da noch kein Konzept vorliege.
Auf die mit einer Umwandlung verbundenen Kosten verwies Winfried Baroke: „Die Einrichtung wird nicht zum Nulltarif zu haben sein“, sagte der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums Bad Zwischenahn-Edewecht (GZE). Das beschlossene Sanierungskonzept für die Realschule müsse angepasst werden, dürfe aber nicht weiter nach hinten gestellt werden.
Raumsituation wird Thema
Und Klaus Friedrich („Das GZE empfindet sich als die Ganztagsschule mit der deutlich schlechtesten Ausstattung“) deutete schon einmal an, worüber in Zukunft noch angeregt diskutiert werden dürfte: die Raumsituation und einen möglichen Gebäudetausch. „Da muss der Schulträger Farbe bekennen“, meinte der Leiter des Gymnasiums, das zehnte Klassen und die Oberstufe im Realschulgebäude untergebracht hat.
