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Bildung „Reformen mit Leben füllen“

FRAGE:

Herr Jochims, viele Eltern haben sich lange eine Integrierte Gesamtschule (IGS) in Bookholzberg gewünscht. Würde eine Oberschule mit Gymnasiums-Angebot nicht das Aus für die IGS bedeuten?

JOCHIMS

: Wir haben bisher für eine IGS gekämpft, sind aber nicht zu einem gemeinsamen Ergebnis mit Hude gekommen. Das Modell einer Oberschule mit gymnasialem Zweig würden viele Eltern ebenfalls befürworten. Das wäre sozusagen eine „IGS light“, die wesentliche Forderungen erfüllen würde: jahrgangsbezogener Unterricht, gymnasiales Angebot und zunächst gemeinsame Beschulung mit einer später einsetzenden spezifischen Förderung.

FRAGE:

Sie legen Wert auf jahrgangsbezogenen Unterricht. Was ist darunter zu verstehen?

JOCHIMS

: Man unterscheidet drei Unterrichtsformen: schulzweigbezogen, kursdifferenziert und jahrgangsbezogen. Die ersten beiden Formen sind einer Kooperativen Gesamtschule (KGS) ähnlich, während beim jahrgangsbezogenen Unterricht Haupt-, Real- und Gymnasialschüler gemeinsam beschult werden und erst ab dem achten Schuljahr differenziert wird. Das kommt einer IGS nahe. Das Interessante an der Oberschule ist zudem, dass die Hürden wesentlich niedriger sind als bei der IGS: Ohne gymnasiales Angebot muss sie nur zweizügig sein, mit gymnasialem Angebot dreizügig. Bei der IGS wird bisher die Fünfzügigkeit verlangt.

FRAGE:

Der Gemeindeelternrat könnte also mit dem Modell Oberschule ganz gut leben?

JOCHIMS

: Richtig! Trotzdem wird er weiter auf einer IGS bestehen. Aber wenn es dafür keine Chance gibt, und danach sieht es zurzeit ja aus, dann ist eine Oberschule besser als gar nichts. Ein Vorteil der Oberschulen ist auch, dass sie als Ganztagsschulen geführt werden. Das bedeutet mehr Lehrer und mehr Stunden.

FRAGE:

Der Landkreis befürchtet durch eine Oberschule mit gymnasialem Zweig in Bookholzberg eine Schwächung des Gymnasiums Ganderkesee. Wie sehen Sie das?

JOCHIMS

: Ein gymnasialer Zweig für Bookholzberg hieße ja: höchstens 27 Schüler. Ich glaube nicht, dass dies das Gymnasium Ganderkesee extrem schwächen würde. Und nach Klasse zehn würden auch die Bookholzberger Gymnasiasten nach Ganderkesee gehen.

FRAGE:

Erst die Orientierungsstufe, dann das Abi nach acht Jahren, der Wegfall der Vollen Halbtagsschulen und nun die Oberschule: Ist das nicht ein bisschen viel in kurzer Zeit für Eltern, Schüler und Lehrer?

JOCHIMS

: Persönlich würde ich sagen: Ja! Es müsste mal ein bisschen Ruhe in die Schullandschaft kommen. Deshalb sollte es jetzt darum gehen, die Reformen mit Leben zu füllen. Man muss der Oberschule Zeit geben, sich zu entwickeln. Aber wer von einem Bundesland in ein anderes zieht, muss sich sowieso immer wieder an neue Schulformen gewöhnen. Wünschenswert wäre es daher, wenn Schule nicht mehr Ländersache wäre und es bundeseinheitliche Regelungen gäbe. Aber das ist ein Traum, den ich wohl nicht mehr erleben werde.

Informationen zu Weiterführenden Schulen in Oldenburg finden Sie in unserem Spezial.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)
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