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Bildung „Schulreform reiner Populismus“

LANDKREIS - Massive Kritik an den Plänen der CDU/FDP-Landesregierung, Haupt- und Realschule in Niedersachsen durch die neue Schulform der „Oberschule“ zu ersetzen, hat Landrat Frank Eger (SPD) geübt. „Es handelt sich um nichts anderes als eine verkappte Kooperative Gesamtschule (KGS)“, sagte Eger im

NWZ

 -Gespräch. „Wir brauchen im Landkreis Oldenburg aber eine Lösung für eine Integrierte Gesamtschule (IGS)“, griff der Landrat die aktuelle Debatte in Harpstedt auf.

Eger wies darauf hin, dass nach wie vor die Entscheidung beim Schulträger vor Ort liege. Eine Antwort auf die Frage, warum die Hürde für die IGS nicht auf vier Klassen pro Jahrgang abgesenkt werde, sei Hannover schuldig geblieben. Scharf rügte Eger den geplanten einzügigen Gymnasialzweig an der „Oberschule“. Das sei „reiner Populismus“ und entspreche in keiner Weise dem Anforderungsprofil auf dem Arbeitsmarkt.

Von einem „halbherzigen Projekt“ sprach der SPD-Landtagsabgeordnete Axel Brammer gegenüber der

NWZ

 . Mit der Beibehaltung der hohen Hürde für die IGS werde der „Schulfrieden“ kaum gelingen. Er forderte die Landesregierung erneut auf, die Vierzügigkeit an der IGS zuzulassen. Hier erhofft sich Brammer Impulse von einem weiteren Bildungsgipfel. Zudem irre der Landtagsabgeordnete Ansgar Focke (CDU), wenn er eine „Oberschule“ am Standort Wildeshausen empfehle. Gerade hier seien Haupt- und Realschule räumlich getrennt.Von einem „guten Ansatz“ sprach der Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion, Ernst-August Bode. „Die Hauptschule hat ausgedient“, sagte er. Allerdings halte er den Namen „Oberschule“ für „verfehlt“. Der einzügige Gymnasialzweig sei im Prinzip eine Verschlechterung, weil ein differenziertes Bildungsangebot wie am Gymnasium gar nicht möglich sei. Bode wies gegenüber der

NWZ

  darauf hin, dass der Landkreis zig Millionen in den Ausbau der Gymnasien gesteckt habe. Die Schulreform dürfe nicht dazu führen, dass die Schülerströme vom Gymnasium zur „Oberschule“ gelenkt würden. FDP-Kreisvorsitzender Niels-Christian Heins bemängelte, dass die Qualität der Schulausbildung aus dem Blick geraten sei.

Kritisch sieht Birte Wachtendorf, Geschäftsführerin der Grünen im Kreis, die Reform. „Wir sollten abwarten, ob es überhaupt eine Integration von Haupt- und Realschule gibt oder ob lediglich das Schild ausgetauscht wird.“ An vielen Haupt- und Realschulen funktioniere die Zusammenarbeit bereits sehr gut. Grundsätzlich treten die Grünen für ein „langes gemeinsames Lernen“ ein.

CDU-Kreisvorsitzender Ansgar Focke hatte die „Oberschule“ als „großen bildungspolitischen Wurf“ gewürdigt (die

NWZ

 berichtete). Er brachte das Modell für die Standorte Bookholzberg, Hude und Wildeshausen ins Gespräch.
Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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