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LANDKREIS -
Die SPD im Landkreis Oldenburg hat vehement der Behauptung von CDU-Kreischef Ansgar Focke widersprochen, sie wolle sich von der Gründung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Harpstedt verabschieden. Es habe den Eindruck, Focke habe seine Äußerungen in der
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zur Schullandschaft „nicht richtig lesen wollen“, erklärte SPD-Unterbezirksvorsitzender Axel Brammer.
Die SPD habe stets die Schaffung von Gesamtschulen im Landkreis Oldenburg gefordert, erklärte der Landtags- und Kreistagsabgeordnete aus Kirchhatten. „Wir begrüßen deshalb sehr, dass Herr Focke seine Einstellung in dieser Angelegenheit geändert hat und sich für eine Ausnahmeregelung in Harpstedt einsetzt“, so Brammer weiter. Noch besser wäre es gewesen, wenn sich Focke im Landtag dafür eingesetzt hätte, „dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen auch vierzügige Integrierte Gesamtschulen zulassen würden“. Dann wäre die IGS Harpstedt schon längst genehmigt. Brammer: „Wir sollten uns in der Tat darauf konzentrieren, die IGS in Harpstedt schnellstmöglich an den Start zu bringen.“
Zur Zeit befinde sich das Niedersächsische Schulgesetz in einem erneuten Änderungsverfahren. Die SPD-Landtagsfraktion werde sich erneut für die Vierzügigkeit von IGSen einsetzen. Brammer forderte den CDU-Kreisvorsitzenden auf, sich in der CDU-Landtagsfraktion ebenfalls für die Vierzügigkeit der IGS einzusetzen.
Wie schon im
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-Gespräch bezeichnete Brammer die Schaffung der geplanten Oberschulen als „Verlegenheitslösung“, um dem Problem der leerfallenden Hauptschulen zu begegnen. „Vor dem Hintergrund, dass der Kultusminister so gut wie nichts in diese neue Schulform investieren will, werden die Hauptschüler letztendlich die Verlierer sein. Sie werden sich die Schulsozialarbeit ohne Aufstockung mit den Realschülern teilen müssen.“ Zudem fänden sich die Hauptschüler in der neuen Oberschule künftig in größeren Klassen wieder.Das
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-Gespräch mit Bramme hatte für reichlich Diskussionsstoff gesorgt, weil der SPD-Unterbezirksvorsitzende sich auch dafür aussprach, alle weiterführenden Schulen ab Klasse 5 in die Trägerschaft des Kreises zu geben. Focke sprach danach von einem „schulpolitischen Rundumschlag“. Zugleich hatte sich der CDU-Kreischef zur IGS Harpstedt bekannt.