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BILDUNG Wenn der Schulstress steigt

Lernen in Mini-Gruppen

Der Mini-Lernkreis

bietet Kurse in allen Fächern und für alle Klassenstufen und Schulformen an. Weitere Informationen gibt es bei Jutta Lorenzen unter

04222/ 92 03 86.

Seit drei Jahren gibt es das Konzept in Ganderkesee. Immer mehr Kinder und Jugendliche sind auf Extra-Unterricht angewiesen.

Von Birte Tripke

GANDERKESEE Der Schulstress steigt, der Nachhilfemarkt boomt. Laut einer aktuellen Studie des Berliner Bildungsökonomen Dieter Dohmen für das Bundesbildungsministerium erhält jeder dritte bis vierte Schüler bis zum Ende seiner Schullaufbahn eine Zeit lang kommerziellen Nachhilfeunterricht. Besonders Gymnasiasten und Realschüler im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren nehmen die Lernhilfe in Anspruch, so die Studie.

Doch mit dem Abi oder mittleren Reife stoppt der Bedarf an Nachhilfe-Stunden noch längst nicht. Auch Jugendliche in der Prüfungsvorbereitung für Lehrberufe, in Berufsschule und Fachgymnasien nutzen das Nachhilfe-Angebot. Das hat die Ganderkeseer Leiterin des „Mini-Lernkreis“, Jutta Lorenzen, in den vergangenen Jahren beobachtet. Vor drei Jahren hat sich die 56-Jährige als Franchise-Nehmerin des „Mini-Lernkreis“ selbstständig gemacht. Mittlerweile betreut und organisiert sie den Nachhilfeunterricht in Einzel-und Kleingruppen in Ganderkesee und in 17 weiteren Orten in Bremen und dem nordwestlichen Niedersachsen. „Auch bei den Grundschülern ist der Bedarf an Lernhilfe stark gestiegen“, weiß Lorenzen. Bei den Kleinen stelle sie vermehrt Lernschwierigkeiten fest. Da ist neben fachlicher Förderung Geduld gefragt. Probleme mit Motivation, Konzentration und Selbstorganisation nehmen die Nachhilfelehrer vom „Mini-Lernkreis“ ebenfalls in Angriff – und sei es, dass sie mit den Schülern das

Ranzenpacken üben. Schulängste und mangelnde individuelle Betreuung in den Schulen seien oft der Auslöser, sagt Lorenzen. „Da haben unsere Lehrer mit Einzelunterricht und Mini-Gruppen von maximal fünf Schülern natürlich wesentlich bessere Voraussetzungen.“

Der Mini-Lernkreis ist 1974 als Elterninitiative entstanden. Inzwischen gibt es die Schülerförderung in etwa 1000 Standorten bundesweit.

Dass die Studie vor allem fehlende Qualitätsstandards kritisiert – zum Betrieb einer Nachhilfeschule ist lediglich eine Gewerbeanmeldung nötig – , kann Jutta Lorenzen verstehen. „Das ist ein Riesen Markt, und Werbung ist ja geduldig“, sagt sie mit Blick auf die Konkurrenz. „Jede Nachhilfe-Schule ist nur so gut wie die Lehrer, die sie beschäftigt.“

Lorenzen ist stolz auf die von ihr derzeit 36 aktiv eingesetzten Kräfte: Lehrer, Referendare, Natur- und Geisteswissenschaftler und Sozialpädagogen. „Ich bin froh über das große Engagement meiner Lehrer“, sagt sie.

Es gehe schließlich darum, die Kinder zu fördern, so Lorenzen. Dazu gehört für sie auch der intensive Kontakt zu den Eltern. Viel Zeit verbringt sie deshalb am Telefon, um in langen Gesprächen erst einmal das Lern-Problem der Kinder zu erörtern. Unterrichtsausfall und häufiger Lehrerwechseln an den Schulen verschärften die Lernschwierigkeiten, so Lorenzens Erfahrung. Aber auch die Situation zu Hause sei mitentscheidend. Die Eltern haben wenig Zeit, weil sie oft beide berufstätig sind. Etwa die Hälfte ihrer Kunden seien alleinerziehende Mütter, sagt Lorenzen.

In jedem Fall sei es seitens der Eltern immer „eine Mischung aus Hoffen und Schrecken“, wenn sie ihre Sprösslinge zur Nachhilfe anmelden würden, meint sie.

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