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-Gespräch. Vor allem die Hauptschüler seien die Verlierer der Reform.Gerade durch die Profilierung der Hauptschulen hin zu einer stärkeren Berufsorientierung habe die Schulform zuletzt gewonnen, meint der SPD-Unterbezirksvorsitzende aus Hatten, der auch Mitglied im Kreistag ist. Brammer weist darauf hin, dass Hauptschüler in kleinen Klassen besser gefördert werden könnten. Wenn eine Zusammenlegung mit den Realschulen erfolge, wie bei der Oberschule geplant, steige die Klassenstärke auf 28. Auch die landesweit eigens für die Hauptschulen angestellten 500 Sozialpädagogen wären künftig für beide Schulformen tätig. Brammer: „Kultusminister Althusmann betont stets, dass sich das Personal allein aus dem bestehenden System rekrutiere.“ Kommunalpolitiker wie Eltern müssten zudem wissen, dass der Gymnasialzweig einer Oberschule angesichts der fehlenden Binnendifferenzierung wenig attraktiv sei. Auch an der Oberschule solle das „Turbo-Abitur“ nach Klasse 12 abgelegt werden, weiß Brammer, der Mitglied des Kultusausschusses im Landtag ist.
Gravierende Änderungen für die Schullandschaft im Landkreis Oldenburg prognostiziert der SPD-Kreistagsabgeordnete – erst recht, wenn die Landesregierung doch noch eine Ausnahme zulasse und eine Integrierte Gesamtschule (IGS) in Harpstedt genehmige. „Schule kann nicht mehr so bleiben wie sie ist“, so Brammer unter Hinweis auf die wachsende Zahl von Ganztagsschulen. Daher müsse mit den Vereinen und anderen Institutionen dringend über eine Zusammenarbeit diskutiert werden. Dabei gehe es nicht allein um fehlende Hallenzeiten für die Vereine. Brammer imNWZ
-Gespräch: „Es geht um die Zukunft unseres Gemeinwesens.“ Durch den Ganztagsunterricht werde es zunehmend schwerer, Nachwuchs fürs Ehrenamt zu begeistern.Auch an einer weiteren Schraube möchte der SPD-Kultusexperte drehen: „Der Landkreis Oldenburg muss alle Schulen im Bereich der Sekundarstufe I (also den Klassen 5 bis 10, d. Red.) übernehmen.“ Bereits heute organisiere der Kreis den Schülertransport. Wenn er die Schulträgerschaft ab Klasse 5 übernehme, läge die Schulentwicklung in einer Hand. Kooperationen könnten schneller angepackt werden. „Unterm Strich wäre es auch finanziell günstiger“, sagt Brammer – selbst wenn die so genannte Kreisumlage zunächst steigen sollte.
