Westerstede - Noch recht frisch war es am Mittwochmorgen im Wald, als dort die Fünftklässler der Robert-Dannemann-Schule einen besonderen Schultag erlebten: Den ganzen Vormittag verbrachten die etwa 120 Kinder im Wald und lernten an 18 Stationen die Tiere und Pflanzen dieses Lebensraums kennen.
Tasten im Verborgenen
In Gruppen von fünf bis sechs Kindern durchstreiften die Jungen und Mädchen den Wittenheimer Forst bei den Waldjugendspielen. So hatte der zehnjährige Bartosz Nikutajtes von der Spinnengruppe an Tastkästen, in denen nicht sichtbar Gegenstände untergebracht waren, einen Tannenzapfen erfühlt. Seine Schulkameraden erkannten wie er schnell, was sie in den Kästen erwartete: ein Fell, Äste und ein Gehörn.
An einer anderen Station mussten die Kinder mit einer Säge ein dreieinhalb Zentimeter langes Stück von einem kleinen Stamm absägen. Dabei war Teamarbeit gefragt: Während zwei die Säge hin- und herzogen, mussten die anderen Kinder das Gestell, in dem das Holz lag, gut festhalten, damit es nicht zu sehr wackelte.
Besonders freute sich die zehnjährige Maria Kremer auf das Treffen mit einem Jagdhund, der brav alle Streicheleinheiten, die die Kinder für ihn hatten, über sich ergehen ließ. Auch das Gespräch mit den Jägern interessiere sie, sagt die Schülerin, während sie an einen Traumfänger – ein Gestell aus Bambusstöcken und Fäden – mit Ästen und Eicheln schmückte.
„Die Jäger erzählen den Kindern, wie viele Rehe, Hirsche und Wildschweine im Wald leben, und warum es manchmal notwendig ist, sie zu erlegen“, berichtete Ute Aderholz vom Umweltbildungszentrum Ammerland, die den Vormittag organisiert hatte. Einen solchen Biologieunterricht unterm Blätterdach gebe es bereits seit sechs Jahren, so Aderholz.
Baumarten bestimmen
Währenddessen versuchten Emma-Sophie Lohmeyer, Eske-Fenja Henkensiefken, Joy-Marie Broszukat und Viktoria Taha die verschiedenen Baumarten anhand ihrer Blätter zu erkennen. Viktoria Taha hat vor allem ein Baumscheibenslalom gefallen. „Das war super“, sagte die Zehnjährige hinterher.
13 Lehrer und vier Jäger betreuten zusammen mit der Organisatorin Ute Aderholz die rund 120 Jungen und Mädchen.
