Nordenham - Als das Nordenhamer Gymnasium im Jahre 2007 zum ersten Mal Schulinspektoren im Haus hatte, monierten die Prüfer, dass es noch kein Schulprogramm gibt. Inzwischen gibt es die zweite Fassung eines solchen Leitfadens. Er gibt eine Übersicht darüber, was die Schule zu bieten hat und wohin sie sich entwickeln möchte. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, freut sich Schulleiter Klaus-Dieter Laske, der das Papier am Freitag gemeinsam mit seiner Kollegin Sandra Kaufhold-Scharrer und den Elternvertretern Reiner Willms und Michaela Schwarting vorstellte.
Sandra Kaufhold-Scharrer hat das Schulprogramm gemeinsam mit Eltern und Schülervertretern ausgearbeitet. Schulvorstand und Gesamtkonferenz haben es beschlossen.
Was ist neu im Schulprogramm? Sandra Kaufhold-Scharrer weist auf den Ausbau des Fächerangebots hin. Ab dem nächsten Schuljahr können schon die Sechstklässler Spanisch als zweite Fremdsprache wählen. Zurzeit gibt es dieses Angebot nur für die Jahrgänge zehn bis zwölf. In diesem Jahr haben erstmals fünf Schüler am Nordenhamer Gymnasium ihre Abiturprüfung in Spanisch abgelegt. Neu ist auch die Sportklasse, die nach den Sommerferien am Gymnasium eingeführt werden soll (die NWZ berichtete).
Darstellendes Spiel
Die Streicherklasse wird mit Ende des nächsten Schuljahres auslaufen, weil dann der Lehrer Stefan Tönjes in den Ruhestand geht. Dafür laufen schon jetzt die Vorbereitungen für die Einführung einer Bläserklasse, die am 1. August 2016 starten soll. Ebenfalls geplant ist, ab dem übernächsten Schuljahr Darstellendes Spiel als Unterrichtsfach neben Musik und Kunst einzuführen.
Unter der Überschrift Stärkung der Eigenverantwortung und Motivation findet sich der Punkt Schulbegleiter. Ab dem nächsten Schuljahr können Fahrschüler an einem Training teilnehmen, das sie in die Lage versetzt, in Konfliktsituationen zu helfen. Das Gymnasium will auch sein Angebot an Arbeitsgemeinschaften erweitern und sucht dafür externe Partner. Einige solcher Kooperationen gibt es bereits. Ein Bespiel dafür ist die Trommel-AG mit Stefan Jaedtke. Sandra Kaufhold-Scharrer würde sich freuen, wenn noch mehr Arbeitsgemeinschaften mit außerschulischen Partnern entstehen. Denkbar sei zum Beispiel ein Nähkursus. „Wir freuen uns über jede weitere Anregung“, sagt die Lehrerin.
Neu im Programm hat das Gymnasium den Deutschunterricht für Austauschschüler. Geplant ist die Einführung einer Hausaufgabenbetreuung. Im nächsten Jahr will die Schule ein Förderangebot für Fünftklässler auf die Beine stellen, die Probleme mit der Rechtschreibung haben. In Planung ist zudem ein Angebot, bei dem besonders begabte Schüler gefordert werden. Nach den Worten von Klaus-Dieter Laske stehen dafür zurzeit noch nicht die notwendigen Lehrerstunden zur Verfügung. Das soll sich aber zum Schuljahr 2016/2017 ändern.
Sandra Kaufhold-Scharrer betont, dass die Zusammenarbeit mit den Grundschulen in den vergangenen Jahren immer besser geworden ist. „Inzwischen gibt es einen sehr intensiven Erfahrungsaustausch unter den Kollegen.“ So hospitieren beispielsweise Gymnasiallehrer an den Grundschulen, um sich einen Einblick zu verschaffen. Klaus-Dieter Laske freut sich über die hohe Trefferquote bei den Schullaufbahnempfehlungen. Seiner Einschätzung nach liegt sie bei deutlich über 90 Prozent.
Gute Basis
Das Schulprogramm sollen die neuen Fünftklässler nach den Sommerferien bekommen. Außerdem ist geplant, das Programm auf der Internetseite des Gymnasiums zugänglich zu machen. Reiner Willms hält das Schulprogramm für eine gute Basis. Eltern und Schüler hätten so die Möglichkeit, aus dem Programm auch bestimmte Forderungen abzuleiten.
