BLEXEN - Wenn es um ihre Schule geht, halten die Blexer zusammen. Das haben rund 160 Kinder und 100 Erwachsene am Donnerstag eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sie sind auf Initiative des Grundschulelternrates zusammengekommen, um mit einer Protestaktion den Stadtratspolitikern deutlich zu machen, dass sie eine Schließung der Dorfschule auf keinen Fall widerstandslos hinnehmen würden.
Den Anlass für die Aktion hatten die Ratsherren Dr. Tilman Kaethner (CDU) und Kurt Winterboer (SPD) mit ihrer Forderung geliefert, mehrere Schulstandorte im Stadtgebiet aufzulösen und dafür zwei große Grundschulzentren zu errichten (dieNWZ
berichtete). Die Blexer Kinder sollten nach diesem Vorschlag künftig ein Grundschulzentrum Nord in Friedrich-August-Hütte besuchen.Großer Rückhalt
Der Schulelternrat ist in großer Sorge, dass der Antrag der beiden Einswarder Kommunalpolitiker im Stadtrat durchkommen könnte. „Kämpft für die Blexer Schule“ lautet das Motto, mit dem die Elternvertreter um Unterstützung in der Bevölkerung werben. Und dieser Unterstützung können sich die Vorsitzende Katrin Heinecke und ihre Mitstreiter bereits sicher sein. „Das ganze Dorf steht hinter uns“, freut sie sich über den Rückhalt.
„Wir möchten eine Diskussion anstoßen und informieren, damit so viele Bürger wie möglich Bescheid wissen“, ergänzt ihre Stellvertreterin Sabine Schmidt.,
Am Donnerstag waren auch der Schulförderverein, der Kindergarten, der Bürgerverein, der Turnerbund, die Kirchengemeinde, die Dorfgemeinschaft, die Feuerwehr und das Seniorenzentrum To Huus achtern Diek vertreten, als es darum ging, Flagge für die Schule zu zeigen.
Der ehemalige Rektor Hendrik Voß und die pensionierte Lehrerin Gesine Lohse ließen es sich ebenfalls nicht nehmen, die Protestaktion zu unterstützen. „Wehret den Anfängen“, ermunterte Gesine Lohse alle Blexer, frühzeitig ein Zeichen gegen eine mögliche Schulschließung zu setzen.
Als Vorsitzender des Schulfördervereins machte Bodo Koch deutlich, dass „es um unsere Kinder und unsere gesamte Dorfstruktur geht“. Ohne Schule wäre Blexen womöglich bald ein „aussterbender Ort“, weil junge Familien wegbleiben würden.
Einzügigkeit gesichert
Die Schulleiterin Ulrike Karst sieht überhaupt keine Notwendigkeit, über eine Aufgabe des Standortes nachzudenken. Denn die Einzügigkeit der Blexer Grundschule ist nach ihren Angaben auf lange Sicht gesichert.
Die Elternratsvorsitzende Katrin Heinecke hat mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, dass die Ratsherren Kaethner und Winterboer inzwischen von ihrer harten Linie ein Stück abgerückt sind und eine Beteiligung der Eltern an den anstehenden Beratungen über die Neuordnung der Nordenhamer Schullandschaft befürworten (dieNWZ
berichtete).Hauptargumente der Blexer Eltern gegen die Schaffung von Schulzentren sind große Klassen, zunehmende Anonymität, lange Schulwege und ein Mangel an individueller Betreuung der Kinder.
