BOCKHORN - „Wie kommt die Wurst in die Pelle?“ Dieser Frage ging am Freitag eine 8. Klasse der Haupt- und Realschule Bockhorn mit ihrem Lehrer Christian Nieding in der „Landschlachterei Kuhlmann“ in Bockhorn nach. Heiko Kuhlmann erläuterte den Schülern die Funktionsweisen der verschiedenen Wurstmaschinen, berichtete über Reifungsprozesse und neue Verfahren zur Konserven-Herstellung, so von Gulaschsuppen, Gyros und Labskaus. Kuhlmann: „Bei uns muss man auch kochen können.“ Zum Schluss konnten sich Schüler selbst daran versuchen, Würste in Därme zu pressen.

Aufmerksame Beobachter des handwerklichen Unterrichtstages, der den Schülern vor ihrer eigenen Berufsfindung Einblicke in den Arbeitsalltag gewähren sollte, waren Lizzy Mecklenborg-Pahlke und Petra Dorloff, Arbeitsvermittlerinnen der Agentur für Arbeit Varel und des Job-Centers Friesland. Sie wollten von Heiko Kuhlmann genau wissen, welche Anforderungen er an Berufsschulen und Arbeitsagenturen stellt. „Die Lehrer sollten die Schüler so motivieren, dass sie lernen wollen. Ran an die praktische Lehre, das ist wichtig“, betonte der Fleischermeister.

Mehr Informationen über das Fleischerhandwerk müssten vermittelt werden, das sei auch eine Aufgabe für den eigenen Berufsverband: „Das Image der Schlachter, dass bei uns nur dumme und starke Jungs arbeiten würden, muss bekämpft werden.“ Immerhin würden in diesem Lebensmittelverarbeitungsbereich auch Ingenieure ausgebildet. Aber schon die Meisterbriefe seien nicht zu verachten: „Gerade die norddeutschen Fleischermeister haben im Ausland hervorragende Chancen. Da gilt die Erfahrung: Unsere Leute würzen einfach besser.“

Den Schülern gab Kuhlmann mit auf den Weg: „In jedem Beruf kann man heute Geld verdienen. Man muss nur Interesse zeigen und sich einsetzen.“