BOCKHORN - Der Aufruf von Jochen Martens in der NWZ zeigte Wirkung. In den 1950er Jahren waren von Schülern und Lehrern zum Bockhorner Marktumzug Märchenmotive gezeigt worden. Nach der Veröffentlichung einer Fotografie aus dieser Zeit bekam Martens weitere Bilder zugeschickt. „Darüber habe ich mich sehr gefreut“, erklärte der frühere Küster. Er hofft, dass die schönen Märchen-Ideen in Zukunft vielleicht wieder einmal Aufnahme in das Umzugs-Programm finden werden.

Vor 60 Jahren war der Bockhorner Markt aus der Taufe gehoben worden, jetzt wird die 61. Ausgabe des großen Volksfestes gefeiert. Damals, am 18. August 1949, prägte eine alte Legende die Berichterstattung. „Ein Faß Bier für die Gemeinde Zetel“ lautete die Überschrift, angespielt wurde darauf, dass um 1750 die Bockhorner ihr Marktrecht den Zetelern für ein Fass Bier überlassen haben sollen. Symbolisch sollte nun zum Start in die neue Markt-Zeitrechung das Fass zurück gegeben werden. Das klappte aber nicht, denn die Zeteler erschienen nicht zum Markt. Alte Befindlichkeiten, die heute im Zuge gemeinsamer Anstrengungen um Tourismus allerdings längst abgebaut sind.

Der erste neue Markt wurde 1949 auf dem Marktplatz und auf der Steinhauser Straße bis zur Logemannschen Weide aufgebaut. Eröffnet wurde das Volksfest mit einer Festsitzung der Gemeindevertretung unter Leitung von Bürgermeister Nonnenkamp und Gemeindedirektor Schwan. Das von den Zetelern verschmähte Fass Bier wurde feierlich per Umzug durchs Dorf geführt, bei dem auch ein Modell der Kranenkamper Mühle und eine „originelle Aufmachung der Mantelfabrik Wichers“ für Aufsehen sorgten.

Ein „Bunter Abend“ im „Hotel Hornbüssel“ wurde unter anderem von einem Flüchtlingschor und Tanzdarbietungen des Turnvereins mit Frau Lamcken geprägt. Und schon damals waren die Boßeler von „Lat'n sus'n“ Bockhorn aktiv. Sie organisierten zum Markt ein „Straßenboßel-Preiswerfen“.