BOCKHORN - Horst Klein wohnt direkt neben der Haupt- und Realschule Bockhorn, und die Schulbusse fahren dicht an seinem Grundstück vorbei. Klein kritisiert: „Der konzentrierte Lärm und die Schadstoffbelästigungen durch die Busse sind in einem allgemeinen Wohngebiet nicht mehr zu vertreten.“ Er hatte sich bereits an die Gemeinde Bockhorn gewandt, vor allem aber an den Landkreis Friesland als Träger der Schule.
Seine Argumente: „Auf der Schulstraße und der Zufahrt zum Wendeplatz fahren die Busse viel zu schnell. Beim Durchfahren einer Wasserrinne klirren die Gläser in unserem Wohnzimmerschrank.“ Nach dem Rammen der Säulen für den Neubau von Klassenzimmern und durch das stärkere Aufkommen des Linien- und Schulbusverkehrs sei der Fußboden im Wohnzimmer an der Außenwand bis zu fünf Zentimeter abgesunken.
Klein hat die Busse gezählt: „Im Durchschnitt kommen werktags 43 Busse an und fahren wieder ab. Das sind 86 Busbewegungen in der Zeit von 6.15 bis 16.50 Uhr. Das bedeutet, morgens und mittags keine Ruhe zum Schlafen.“ Ergebnis: „Unsere Lebensqualität wird beeinträchtigt, der Wert unseres Grundstücks ist gesunken.
Als Folge seiner Beschwerde sei zugesichert worden, eine Lärmschutzwand zwischen seinem Grundstück und dem Busparkplatz zu bauen. Doch die ganze Angelegenheit schwelt schon lange, nichts hat sich bislang getan, und das ist es, was Klein wirklich ärgert: „Der Landkreis Friesland hält uns hin, der meldet sich einfach nicht.“ Klein fühlt sich „als einfacher Bürger aufs Abstellgleis geschoben.“
Auf Nachfrage der NWZ erklärte der Pressesprecher des Landkreises, Sönke Klug: „Wir bedauern, dass sich Herr Klein in Bockhorn durch Schulbusverkehr und Bauarbeiten an der Haupt- und Realschule gestört fühlt. Sicher ist er aber genauso wie der Landkreis an möglichst guten Standards für unsere Schüler interessiert – in diesem Sinne geschehen diese Bauarbeiten, mit allen Beeinträchtigungen, die so etwas leider immer mit sich bringen.“
Um Anwohner vor Baulärm zu schützen, sei in der Tat zugesagt worden, eine Schutzwand an den Busparkplätzen zu bauen, fügte Klug hinzu. „Das sollte bereits in den Sommerferien geschehen, der Landkreis hat die Pläne jedoch im Interesse der Bürger nochmals überarbeitet. Die Wand wird jetzt noch länger als ursprünglich vorgesehen, der Auftrag dafür ist bereits vergeben. Demnächst sollen die Arbeiten für die Aufstellung beginnen. Das Ganze ist eng mit der Gemeinde Bockhorn abgestimmt.“
